Beim Kampf gegen die Terrororganisation "Islamischer Staat" (IS) vermeldet das irakische Militär einen weiteren Erfolg: Spezialkräfte hätten in Mossul die Universität und umliegende Gebiete von der Terrormiliz zurückerobert, sagte der Kommandant der irakischen Offensive, Abdul Amir Raschid.

Der IS hält Mossul, die zweitgrößte irakische Stadt, seit Sommer 2014 unter seiner Kontrolle. Es werden dort etwa 4.000 Kämpfer der Terrormiliz vermutet. Am 17. Oktober 2016 startete die irakische Armee die Rückeroberung Mossuls. Die Truppen werden dabei von schiitischen und sunnitischen Milizen, kurdischen Peschmerga-Kämpfern und mindestens 1.500 irregulären türkischen Soldaten unterstützt. Die USA helfen dem irakischen Militär mit Luftangriffen.

Die Universität war für den IS ein strategisch wichtiger Stützpunkt. Die Kämpfer nutzten das weitläufige Gelände als Hauptquartier in der Gegend. Außerdem gibt es den Verdacht, dass sie in den Chemielabors der Hochschule versucht haben, chemische Waffen herzustellen.

Am Donnerstag hatten sich irakische Soldaten nördlich von Mossul mit Soldaten vom östlichen Stadtrand zusammengeschlossen. Am Freitagmorgen kam es dann zu zwei Angriffen: Neben der Offensive auf die Universität im Nordosten Mossuls konnte das Militär auch am Ostufer des Tigris auf die zweite Brücke vorrücken. Durch die Offensive sind die irakischen Einheiten näher an den Fluss herangerückt und haben Gebiete im Stadtzentrum gewonnen.

Mossul wird durch den Tigris geteilt. Fünf Brücken verbinden den Ost- mit dem Westteil der Stadt. Den Westen kontrolliert der sogenannte "Islamische Staat" bislang noch nahezu vollständig. Nach Informationen des US-Militärs und der irakischen Armee hat der IS die Brücken weiter beschädigt, um jetzt den Vormarsch der irakischen Truppen zu bremsen.