Das irakische Parlament hat als Reaktion auf das temporäre Einreiseverbot für irakische Staatsbürger in die USA eine ähnliche Maßnahme für US-Bürgern gefordert. Eine Mehrheit der Abgeordneten billigte einen solchen Schritt in einer Parlamentssitzung. Der stellvertretende Parlamentspräsident Scheik Humam Hamurid sagte allerdings, das Votum sei "eine Empfehlung" und nicht bindend für die Regierung.

Unklar blieb zunächst, für wen genau ein solches Verbot gelten soll. Viele Amerikaner im Irak sind militärische Berater der Regierung, die die Offensive gegen den "Islamischen Staat" in Mossul unterstützen. Ob sich der Beschluss auch auf diese Kooperation bezieht, ist offen.

Das irakische Außenministerium bezeichnete Trumps Entscheidung als "falsch und traurig". Der Irak sei kein Exporteur von Terror oder extremistischen Ideen. Trump soll das Dekret überdenken.

Der Irak ist damit das zweite Land, das auf das Einreiseverbot von US-Präsident Trump reagiert. Trump hatte am Freitag angeordnet, dass Staatsbürger aus dem Irak und sechs anderen mehrheitlich muslimischen Ländern 90 Tage lang nicht in die USA einreisen dürfen. Das iranische Außenministerium hatte daraufhin mitgeteilt, dass vorerst keine US-Bürger mehr in den Iran gelassen würden. Außenminister Mohammed Dschawad Sarif stellte aber klar, dass diese Entscheidung nicht für US-Bürger gelte, die bereits ein gültiges Visum für den Iran haben.

"Das ist eine Beleidigung des iranischen Volkes", hatte das iranische Außenministerium mitgeteilt. Obwohl der Iran das amerikanische Volk sehr schätze, werde auch Teheran politisch, juristisch und konsularisch reagieren.

Trump hatte die extrem umstrittene Beschränkungen als Maßnahme gegen "radikale islamische Terroristen" begründet. Das Einreiseverbot gilt für alle Flüchtlinge und zunächst für 120 Tage. Flüchtlinge aus Syrien bleiben sogar auf unbestimmte Zeit ausgesperrt. Auch für Menschen aus weiteren mehrheitlich muslimischen Ländern hat Trump mindestens 90 Tage lang die Grenze geschlossen. Laut des US-Heimatschutzministeriums geht es um den Iran, den Sudan, Libyen, Somalia, den Jemen und den Irak.