Bei einem US-Angriff im Jemen sind nach örtlichen Behördenangaben mindestens 40 Menschen getötet worden. Unter den Toten seien 30 mutmaßliche Al-Kaida-Kämpfer und zehn Zivilisten, teilte ein jemenitischer Behördenvertreter mit. Der Angriff in Jakla in der zentraljemenitischen Provinz Baida wurde demnach von Drohnen und Apache-Hubschraubern geflogen. US-Militärvertreter gaben zunächst keinen Kommentar zu dem Einsatz ab. Es hieß lediglich, man prüfe den Bericht.

Bei der Attacke seien drei mutmaßliche ranghohe Al-Kaida-Anführer getötet worden, erläuterte der jemenitische Sprecher: Es handele sich um Abdul-Rauf al-Dhahab, Sultan al-Dhahab und Seif al-Nims. Die Al-Dhahab-Familie gilt als Verbündete der Al-Kaida. Ein drittes Familienmitglied, Tarek al-Dhahab, war vor Jahren bei einem US-Drohnenangriff ums Leben gekommen. Bei den getöteten Zivilisten handelte es sich den Angaben zufolge um sieben Frauen und drei Kinder. Stammesvertreter bestätigten die Opferzahl.

Es war seit der Amtsübernahme des neuen US-Präsidenten Donald Trump der erste groß angelegte Militäreinsatz im Jemen, für den das US-Militär verantwortlich gemacht wird. Insgesamt ist es die dritte derartige US-Bodenoperation gegen die islamische Extremistengruppe im Jemen. In dem Land gibt es immer wieder gezielte Angriffe auf Mitglieder der Extremistengruppe Al-Kaida auf der Arabischen Halbinsel (Aqap). Die USA betrachten die im Jemen angesiedelte Gruppe als gefährlichsten Ableger des Terrornetzwerks und gehen immer wieder mit Drohnenangriffen gegen sie vor.

Im Jemen kämpfen schiitische Huthi-Rebellen gegen die Truppen der international anerkannten Regierung von Präsident Abed Rabbo Mansur Hadi. Seit März 2015 wird die Regierung von Saudi-Arabien und anderen sunnitischen Ländern mit Luftangriffen unterstützt. Zuletzt hatte die US-Regierung unter Präsident Obama eine Rüstungslieferung an die saudi-arabischen Streitkräfte gestoppt, weil die hohe Zahl der zivilen Opfer durch die Luftangriffe der Koalition im Jemen nicht tragbar sei. 

Extremistengruppen wie Aqap und die Dschihadistenmiliz "Islamischer Staat" (IS) machen sich den Konflikt zunutze, um ihre Macht vor allem im Süden und Südosten des Landes auszuweiten. Seit Beginn des Machtkampfes sind nach UN-Angaben etwa 10.000 Zivilisten getötet worden.

Im Südwesten des Landes wurden außerdem bei schweren Gefechten und Luftangriffen nach Angaben von Militärangehörigen und Ärzten binnen 24 Stunden mehr als hundert Menschen getötet. Mindestens 90 Kämpfer der Huthi-Rebellen und ihrer Verbündeten sowie fast 20 Regierungssoldaten seien getötet worden, hieß es.