In der Nacht vom 18. auf den 19. Januar flogen die USA Angriffe auf zwei libysche Lager der Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS). Wie nun bekannt wurde, sollen sie im Zusammenhang mit dem Berliner Anschlag am Breitscheidplatz am 19. Dezember 2016 stehen. In den Camps hätten sich möglicherweise Hintermänner des Attentats aufgehalten, berichtete der Sender CNN unter Berufung auf geheimdienstnahe libysche Quellen und US-Behörden. 

Eine oder mehrere Personen sollen laut CNN in direktem Kontakt mit dem Tunesier Anis Amri gestanden haben, der im Dezember einen Lastwagen in den Berliner Weihnachtsmarkt gelenkt und zwölf Menschen getötet hatte. 

Bei den Bombenangriffen nahe der Stadt Sirte sollen mehr als 80 Kämpfer getötet worden sein. Darunter waren nach Angaben des damaligen US-Verteidigungsministers Ashton Carter externe Planer, die Operationen in Europa vorbereitet hätten und auch mit ausgeführten Anschlägen in Europa in Verbindung gestanden haben könnten. 

Tunesische und marokkanische Sicherheitsbehörden hatten deutsche Ermittler schon im September 2016 informiert, dass Amri IS-Anhänger sei und Kontakt zu mutmaßlichen Terroristen in Libyen habe. Der 24-Jährige wurde vier Tage nach seiner Attacke auf der Flucht in Italien erschossen. Der IS reklamierte seinen Anschlag für sich.