Das irakische Militär hat nach eigenen Angaben den Ostteil der Stadt Mossul unter seine Kontrolle gebracht. Alle Kämpfer der Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) seien aus den Vierteln östlich des Tigris vertrieben worden.

Zuvor hatte ein Sprecher des US-Militärs mitgeteilt, dass der Ostteil zu 90 Prozent zurückerobert sei. Die Erfolge im Kampf gegen den IS seien größer als noch zu Beginn der Operation. Mit einer schnellen Befreiung der gesamten Stadt rechnet er dennoch nicht.

Der Sprecher hob auch die Wichtigkeit der Luftangriffe des US-Militärs hervor. Sie hätten die finanziellen Ressourcen der Terrormiliz getroffen: "Wir haben ihre Fähigkeit zerstört, durch den Verkauf von Öl Geld zu machen." Das bringe den IS jeden Monat um Millionen Dollar an Einnahmen.

Mossul

Die Offensive auf die letzte große Stadt, die der IS im Irak hält, läuft seit Mitte Oktober. Irakische Truppen und verbündete Milizen werden von Luftangriffen der internationalen Koalition und amerikanischen Militärberatern am Boden unterstützt. Nachdem der Angriff zwischenzeitlich ins Stocken gekommen war, startete die irakische Armee Ende Dezember eine neue Offensive. Erfolge vermeldeten die Truppen bislang vor allem im Osten der Stadt, während der IS den Westen bislang noch nahezu vollständig kontrolliert. Durch die Stadt verläuft der Fluss Tigris.

Selbstmordanschläge und Sprengfallen

Vor etwa einer Woche gelang es, die Universität im Nordosten vom IS zu befreien. Sie galt als strategisch wichtiges Hauptquartier für die Terrormiliz. Dennoch leisten deren Soldaten weiter Widerstand gegen die Regierungstruppen. Probleme bereiten den irakischen Truppen die Selbstmordattentäter des IS. Auch die vielen Sprengfallen in den Gebäuden der Stadt verlangsamen die Offensive.

Dennoch gebe es seit der Umgruppierung im Dezember schnelle Fortschritte, sagte Militärsprecher Dorrian: "Jeden Tag kommen sie voran und jeden Tag zieht sich der Feind zurück." Die internationale Koalition habe mittlerweile mehr als 70.000 irakische Sicherheitskräfte ausgebildet. Es sei nicht zu erkennen, dass der IS die Iraker erschöpfe. Vielmehr verliere die Terrormiliz eine große Zahl an Kämpfern.

Etwa 100.000 Soldaten sind am Kampf um Mossul beteiligt. Der IS hatte die Stadt 2014 unter seine Kontrolle gebracht.