In Nordirland muss wegen eines Streits um ein Energieförderprogramm am 2. März ein neues Regionalparlament gewählt werden. Das teilte der britische Nordirland-Minister James Brokenshire mit. Das alte Parlament soll am 25. Januar zum letzten Mal zusammenkommen und sich am Folgetag auflösen.

In dem Streit geht es um ein Förderprogramm für erneuerbare Energien in Heizanlagen. Es soll den Steuerzahler Hunderte Millionen Pfund gekostet haben. Die katholisch-republikanische Sinn-Féin-Partei hatte aus Protest die Regierungskoalition mit der pro-britischen und protestantischen DUP (Democratic Unionist Party) aufgekündigt. Vize-Regierungschef Martin McGuinness trat zurück, ein Nachfolger wurde von Sinn Féin nicht benannt.

Falls es nicht gelingen sollte, eine Regierung in Nordirland zu bilden, könnte die Verwaltung künftig wieder aus London erfolgen. Auch über eine Einbeziehung der irischen Regierung in Dublin wird bereits spekuliert. "Ich denke über keinerlei Alternativen zur Regionalregierung in Nordirland nach", dementierte Brokenshire in der BBC.

Für die britische Regierung kommen Neuwahlen zu einer kritischen Zeit. Premierministerin May will Ende März die förmliche EU-Austrittserklärung ihres Landes einreichen. Sie hat versprochen, dafür eng mit den Regionalregierungen in Schottland, Wales und Nordirland zusammenzuarbeiten. Den Zeitplan sollen die Wahlen aber laut Brokenshire nicht beeinträchtigen. Die Mehrzahl der nordirischen Minister bliebe vorerst im Amt und könne daher konsultiert werden.