Drei Tage vor Donald Trumps Amtseinführung als 45. US-Präsident ist eine weitere Klage gegen ihn eingereicht worden. Summer Zervos, eine frühere Kandidatin seiner Fernsehshow The Apprentice, gehe wegen Verleumdung und Ausnutzung einer "emotionalen Notlage" gegen Trump vor, teilte ihre Anwältin Gloria Allred mit.

Zervos hatte Trump vor seiner Wahl zum US-Präsidenten vorgeworfen, sie 2007 bei einem Treffen in einem Hotel in Beverly Hills sexuell bedrängt zu haben. Bei dem Gespräch, bei dem es eigentlich um einen Job für sie gehen sollte, habe Trump sich gegen ihren Willen an sie gedrückt und ihre Brust angefasst. Er habe seine Machtposition ausgenutzt, um "Zervos und andere Frauen zu verunglimpfen" und ihnen "vorsätzlich zu schaden", sagte Allred.

Trump hat die Vorwürfe und ähnliche Schilderungen mehrerer anderer Frauen als "Lügen" zurückgewiesen. Er habe "Zervos niemals in sein Hotelzimmer eingeladen", die Vorfälle hätten "niemals stattgefunden".

Nach Zervos Darstellung hat sie Trump bei einer Pressekonferenz vor zwei Monaten aufgefordert, seine Behauptungen zurückzunehmen. Das habe er nicht getan und ihr damit keine andere Wahl gelassen, als ihren Ruf durch eine Klage wiederherzustellen. Sie sei aber "ohne finanzielle Entschädigung sofort bereit, ihre Klage zurückzuziehen, wenn er seine falschen Erklärungen zurücknimmt". Mit der Klage ist die Forderung einer Entschädigungszahlung in unbekannter Höhe für "emotionale Schäden und wirtschaftliche Verluste" verknüpft.

"Umkleidengerede" mit Folgen

Die Frauen waren im Oktober an die Öffentlichkeit gegangen, nachdem ein Video von 2005 mit sexistischen Äußerungen Trumps veröffentlicht worden war. Der ehemalige Reality-TV-Star prahlt darin damit, dass er sich erlauben könne, Frauen ohne Umschweife zu küssen und ihnen zwischen die Beine zu fassen. Trump entschuldigte sich für die Äußerungen, tat sie aber als "Gerede aus der Männerumkleide" ab.

Einen Tag nach Trumps Amtseinführung am kommenden Freitag wollen Frauen aus den ganzen USA gegen die politische Agenda des dann vereidigten Präsidenten demonstrieren. Auch Männer werden sich an den Women's Marches beteiligen, die in mehreren Städten stattfinden. Allein in Washington D.C. wird mit 200.000 Teilnehmern gerechnet.

Unter dem Hashtag #WhyIMarch schreiben Frauen in den sozialen Medien, wofür sie protestieren: Demnach treten sie neben Frauenrechten auch für Rechte von Homosexuellen, Arbeitnehmern und Einwanderern sowie strengere Waffengesetze und den Klimaschutz ein. Mit handgestrickten pinkfarbenen Mützen, den Pussyhats, protestieren sie gegen Trumps "Umkleidegerede".