Russland ist nach Angaben der türkischen Regierung bereit, die USA an den Friedensgesprächen für Syrien zu beteiligen. Die russische Regierung sei einverstanden, US-Vertreter zu dem Treffen am 23. Januar in der kasachischen Hauptstadt Astana einzuladen, teilte der türkische Außenminister Mevlüt Çavuşoğlu am Donnerstagabend Rande der Zypern-Verhandlungen in Genf mit.

"Die USA sollen auf jeden Fall eingeladen werden, und das haben wir mit Russland vereinbart", sagte Çavuşoğlu. Niemand könne die Rolle der USA ignorieren, das sei ein wichtiges Anliegen der Türkei. Ziel der Diskussion sei es, die beste politische Lösung zu finden.

Die Gespräche zwischen der syrischen Führung und den Rebellen über die Zukunft des Landes sollen am 23. Januar in der kasachischen Hauptstadt Astana stattfinden. Drei Tage zuvor tritt Donald Trump sein Amt als US-Präsident an. Die Gespräche stehen unter der Schirmherrschaft Russlands, der Türkei und des Iran. Russland und Iran sind Verbündete des syrischen Machthabers Baschar al-Assad, die Türkei hingegen unterstützt die Rebellen.

Vergangene Woche hatte Außenminister Çavuşoğlu davor gewarnt, die Gespräche seien durch zunehmende Verletzungen der seit Ende Dezember geltenden Waffenruhe gefährdet. Angesichts der andauernden Kämpfe hatten mehrere syrische Rebellengruppen bereits Anfang Januar die Vorbereitungen für die Gespräche gestoppt.

Die Waffenruhe in Syrien wird immer wieder durch Kämpfe unterbrochen: In der Hauptstadt Damaskus gab es ein Selbstmordattentat sowie Luftangriffe auf einen Militärstützpunkt. In der Provinz Aleppo wurden nach Angaben der oppositionsnahen Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte bei einem Luftangriff mindestens sechs Zivilisten getötet.

Türkei und Russland koordinieren Angriffe

Russland und die Türkei hatten die Waffenruhe zwischen der syrischen Regierung und den Rebellen ausgehandelt und unterzeichnet. Am Donnerstag vereinbarten die beiden Staaten, sich künftig bei Luftangriffen auf Dschihadistengruppen in Syrien abzustimmen. Die in Moskau unterzeichnete Vereinbarung zielt darauf ab, "Zwischenfälle zu verhindern, wenn Flugzeuge und unbemannte Flugkörper im syrischen Luftraum sind", teilte das russische Außenministerium mit.

Im November 2015 hatte das türkische Militär ein russisches Kampfflugzeug abgeschossen, weil dieses Warnungen nach dem Eindringen in den türkischen Luftraum missachtet haben soll. Der russische Außenminister Lawrow sprach von einer "Provokation", der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdoğan entschuldigte sich öffentlich.