Der türkische Verteidigungsminister Fikri Işık hat Deutschland zur Ablehnung aller Asylanträge von türkischen Soldaten aufgefordert. Die deutschen Behörden "dürfen diese Asylanträge absolut nicht annehmen", sagte Işık in einem von der amtlichen Nachrichtenagentur Anadolu verbreiteten Video. "Für ein Land wie Deutschland, das sehr enge kulturelle, soziale und politische Beziehungen zur Türkei hat, wäre es zutiefst inakzeptabel, Schutz zu gewähren."

Er erwarte, dass Deutschland die Asylanträge der Soldaten zurückweise, fügte Işık hinzu. Die Antragssteller würden verdächtigt, am Putschversuch gegen Präsident Recep Tayyip Erdoğan im Juli beteiligt gewesen zu sein.

Die deutschen Behörden müssten in der Frage der Asylanträge "sehr vorsichtig" vorgehen, sagte Işık. Der Minister äußerte sich kurz vor dem Türkei-Besuch von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), der für Donnerstag geplant ist.

Deutsche Medien hatten am Wochenende berichtet, dass nach dem Putschversuch zahlreiche türkische Nato-Soldaten in Deutschland Asyl beantragt hätten. Es soll sich um etwa 40 zumeist hochrangige Militärs handeln, die in Nato-Einrichtungen stationiert waren. Das Bundesinnenministerium und das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge erklärten den Berichten zufolge, die Fälle würden behandelt wie andere Asylfälle auch.