Generalstaatsanwälte aus fünf US-Bundesstaaten und der Hauptstadt Washington rebellieren gegen die Personalauswahl des künftigen Präsidenten Donald Trump. In einem offenen Brief fordern die Generalstaatsanwälte von Maryland, Oregon, New York, Massachusetts, Washington D.C. und Hawaii den US-Senat auf, dem designierten Justizminister und Generalbundesanwalt, Jeff Sessions, ihre Zustimmung zu verweigern und damit seine Ernennung zu verhindern.

Sessions habe sich in seiner Vergangenheit als Politiker und Generalstaatsanwalt von Alabama geweigert, Minderheiten und Schwächere zu schützen. Die Einführung wichtiger Justizreformen habe er trotz überparteilicher Empfehlungen verhindert. Das Amt des Generalbundesanwaltes sei enorm wichtig und entfalte großen Einfluss. Es sei entscheidend, dass es von jemandem bekleidet werde, auf den Verlass sei.

Sessions wurde in der vergangenen Woche zwei Tage lang von Senatsmitgliedern gehört. Vehement opponierte er gegen die Einwanderungsreform des bisherigen Präsidenten Barack Obama. Sessions hängen alte Rassismusvorwürfe an, besonders für Afroamerikaner ist er eine Reizfigur. Bei seiner jetzigen Befragung durch den Senat versicherte er, sich für die Rechte der Schwarzen einsetzen zu wollen. Am ersten Tag seiner Anhörung vor dem Justizausschuss sagte er außerdem: "Ich unterstütze die Idee nicht, dass Muslimen die Einreise in die Vereinigten Staaten verweigert werden sollte." Damit stellte er sich gegen den Vorschlags des künftigen Präsidenten. Die stärkere Überprüfung möglicher Terroristen befürworte er jedoch.

Sessions war der erste potenzielle Minister aus Trumps Team, der vor dem Senat Auskunft geben musste. Eine Entscheidung über Sessions Ernennung zum Justizminister ist noch nicht gefallen. Alle von Trump nominierten Kandidaten für Kabinettsposten benötigen die Zustimmung des Senats. Den Ernennungen für Beraterposten im Weißen Haus müssen die Abgeordneten indes nicht zustimmen. Trumps Republikaner haben eine Mehrheit in der Kammer. Es gibt in den USA zwar keinen Fraktionszwang, dennoch wird erwartet, dass alle Kandidaten in den kommenden Tagen bestätigt werden.