Abschied mit Tränen: Der scheidende US-Präsident Barack Obama hat seinen Stellvertreter Joe Biden mit der Freiheitsmedaille ausgezeichnet. Obama nannte den 74-Jährigen bei einer emotionalen Feier im Weißen Haus den "besten Vizepräsidenten, den wir je hatten".

Er habe es nie bereut, Biden zu seinem Stellvertreter ernannt zu haben, sagte Obama. Dieser sei "ein außergewöhnlicher Mann mit einer außergewöhnlichen Karriere". Obama würdigte Biden für dessen "Glauben in die amerikanischen Mitbürger", für dessen "Liebe zum Land" und für dessen jahrzehntelanges politisches Engagement – Biden war vor seinen zwei Amtszeiten als Vizepräsident 36 Jahre lang Senator gewesen.

Der offenbar völlig von der Auszeichnung überraschte Biden weinte vor Rührung, er drehte sein Gesicht vom Publikum weg und wischte seine Tränen ab. Nachdem er sich wieder gesammelt hatte, nahm er die Medaille entgegen. "Ich hatte keine Ahnung", sagte er. Biden lobte Obama für dessen "Integrität und Anstand". Der scheidende Präsident sei "ein bemerkenswerter Mann, der bemerkenswerte Dinge für das Land getan" habe.

Biden ist bei den US-Bürgern beliebt. Oft ist er mit einem breiten Lächeln zu sehen – dabei hat der Politiker im Verlauf seines Lebens schwere Schicksalsschläge erlitten. Seine erste Frau und seine Tochter starben 1972 bei einem Autounfall. Beau, einer seiner Söhne, starb vor fast zwei Jahren an Krebs. Obama hielt damals eine emotionale Trauerrede.