Die Organisation Planned Parenthood bekommt künftig keine staatlichen Gelder mehr aus den USA: Präsident Donald Trump hat die Zuschüsse für die internationale Sektion und andere Organisationen gestrichen, die im Ausland Frauen in Familienfragen beraten und dabei auch Abtreibungen als Optionen nennen.

Der neue Sprecher des Weißen Hauses, Sean Spicer, sagte, diese Entscheidung sollte niemanden überraschen: "Ich denke, der Präsident hat kein Geheimnis daraus gemacht, dass er ein Pro-Life-Präsident sein wird." Die Regierung sichere damit nicht nur das Leben von Ungeborenen, sondern spare auch Steuermittel, die im Ausland für Dinge ausgegeben worden wären, "die den Werten dieses Präsidenten entgegenlaufen".

Die Minderheitsführerin der Demokraten im Repräsentantenhaus, Nancy Pelosi, kritisierte die Entscheidung. "Wir kehren zu einer unwürdigen Ära zurück, die amerikanische Werte entleert und Millionen Frauen rund um die Welt unsagbares Leid zufügt", sagte sie.

Kritik erntete Trump auch im Senat. Die Demokratin Jeanne Shaheen warf ihm vor, seine ideologischen Maßstäbe über die Rechte und die Zukunft der betroffenen Frauen und Familien zu stellen. Er habe nun endgültig seine Anti-Frauen-Rhetorik in Politik umgesetzt. 

Der New Yorker Kardinal Timothy Dolan lobte für die Katholische Bischofskonferenz der USA die Entscheidung. "Das ist ein willkommener Schritt." Ähnlich sieht es das einflussreiche National Right to Life Committee: Es beglückwünschte Trump dazu, dass er keine Steuergelder mehr an Gruppen gebe, "die das Töten ungeborener Kinder in Entwicklungsländern fördern".

Trump unterscheidet sich in dieser Entscheidung nicht von anderen republikanischen Präsidenten. Ronald Reagan war es, der 1984 die sogenannte Mexico City policy etablierte, wonach keine staatlichen Gelder an Organisationen im Ausland fließen dürfen, die über Abtreibungen beraten. Die demokratischen Präsidenten Bill Clinton und Barack Obama hatten die Mexico City policy in ihren Amtszeiten jeweils gestoppt.

Pro-Life-Aktivisten in den USA hoffen nach dieser Entscheidung auf noch weitergehende Veränderungen, die der Organisation Planned Parenthood auch im Inland das Geld zu stoppen. Dafür bräuchte es eine Gesetzesinitiative, die im Kongress anhängig ist.

Die Streichung der Mittel ist gesellschaftlich hoch umstritten, da Planned Parenthood den größten Teil seiner Ressourcen für Gesundheitsdienstleistungen aufwendet, die meist benachteiligten Frauen zugute kommen. Untersuchungen zufolge ist die Abtreibungsrate in den USA in den vergangenen Jahrzehnten gesunken.