Nicht nur Demokraten, auch Politiker aus der Partei des US-Präsidenten Donald Trump haben sich gegen Reise-Einschränkungen für Menschen aus bestimmten Herkunftsländern ausgesprochen. Laut New York Times kritisierten mehrere Republikaner, die Verordnung wäre zu hastig ausgeführt worden. Ohios Senator Rob Portman sprach sich demnach dafür aus, das Einreiseverbot zu überdenken. Amerika habe Flüchtlinge und Immigranten immer willkommen geheißen. Auch republikanische Senatoren aus anderen Staaten wie Nebraska, Utah und Maine kritisierten Trumps Maßnahme.

John McCain, der 2008 für die Republikaner als Präsidentschaftskandidat angetreten war und heute Senator von Arizona ist, stellte die Sinnhaftigkeit des Einreiseverbots infrage. Auf Facebook schrieb er, "solch ein hastiges Verfahren riskiert schädliche Ergebnisse". Im Kampf gegen den Terror fürchte er, dass diese Verordnung "eine selbst zugefügte Wunde" werden könne. Die Verordnung nutze vor allem der Rekrutierung von Terroristen und verbessere nicht die eigene Sicherheit. Der republikanische Senator Lindsey Graham veröffentlichte die gleiche Erklärung über soziale Medien.

Andere ranghohe Republikaner stellten sich aber laut New York Times hinter Trump. Der Vorsitzende im Repräsentantenhaus Paul Ryan befürwortete zwar die Verordnung. Er schränkte aber ein, das Land müsse vorsichtig damit sein, wie diese umgesetzt werde.

Demokraten planen Gesetzesvorlage gegen Trumps Einreiseverbote

Die Mehrzahl der Demokraten sprach sich gegen das Einreiseverbot aus. Die Washington Post berichtete, dass mehrere Abgeordnete der Partei erwägten, mit neuen Gesetzen die Verordnung von Trump zu verhindern. Charles Schumer, Fraktionschef der Demokraten im US-Senat, forderte Trump auf, die Verordnung rückgängig zu machen. "Wir werden dagegen kämpfen", kündigte er laut Washington Post an. Senator Christopher Murphy sagte laut Washington Post, er wolle Trump mit einem Senatsbeschluss dazu zwingen, ein Gesetz von 1965 zur Immigration zu befolgen. Damit solle Trumpss Erlass bekämpft werden. Er werde zwar bestimmt auch von Gerichten niedergeschlagen, "aber wir müssen Gesetze auf den Tisch legen, die Republikaner unterstützen könnten, was das Verbot kippt."

Die Demokraten haben weder im Senat noch im Abgeordnetenhaus eine Mehrheit. Da sich aber auch manche Republikaner gegen den Einreisestopp stellen, hat ein Kongressbeschluss gegen Trumps Erlass Chancen auf Erfolg.

Einige Parteimitglieder beteiligten sich laut New York Times an den Protesten an mehreren Flughäfen. Auch am Sonntag gab es zahlreiche Demonstrationen gegen Trumps Einwanderungspolitik. In New York versammelte sich eine große Menschenmenge im Battery Park an der Südspitze von Manhattan.