Der neue US-Verteidigungsminister James Mattis hat mit Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg telefoniert und laut einem Sprecher dabei deutlich gemacht, dass die USA auf der Suche nach Verbündeten immer zuerst nach Europa schauen würden. Der Verteidigungsminister habe das Telefonat bewusst an seinem ersten vollen Amtstag geführt, um die Bedeutung hervorzuheben, die er der Nato beimesse.

Der 66-Jährige setzte sich damit einmal mehr von Äußerungen Donald Trumps ab. Der neue US-Präsident hatte das Bündnis in der Vergangenheit als obsolet bezeichnet und Bedingungen an die Führungsrolle der USA geknüpft. Trump hatte kritisiert, europäische Nato-Mitglieder beteiligten sich zu wenig an den finanziellen Lasten im Bündnis.

Mit seinen Äußerungen hatte der frisch gekürte Präsident wiederholt für Unruhe bei internationalen Partnern und Experten gesorgt. Die deutsche Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen hatte das Militärbündnis in einem Interview gegen die Kritik von Donald Trump verteidigt. "Die Nato ist kein Deal, Vertrauen nicht käuflich", sagte sie dem Handelsblatt.

James Mattis hatte bereits selbst einen Posten bei der Nato bekleidet. In einem separaten Telefongespräch mit seinem britischen Amtskollegen Michael Fallon bezeichnete er das Bekenntnis der USA zur Nato als "unerschütterlich". Ein Sprecher des Pentagons bestätigte, dass Mattis am Treffen der Verteidigungsminister der Nato im Februar teilnehmen werde.

US-Präsident Trump will das Pentagon am kommenden Freitag besuchen. Dort wolle er an einer Zeremonie für James Mattis teilnehmen, kündigte Regierungssprecher Sean Spicer an. Im Gespräch mit Mattis und dem Generalstabschef werde Trump auch das Vorgehen gegen die Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) prüfen.