Nach dem Senat hat auch das US-Repräsentantenhaus den ersten Schritt zur Abschaffung der Gesundheitsreform des scheidenden Präsidenten Barack Obama vollzogen. 227 Abgeordnete stimmten für eine Haushaltsvorlage, die den Weg bereitet, das auch Obamacare genannte Gesetz abzuschaffen. 198 Abgeordnete stimmten dagegen. "Dieses Experiment ist gescheitert", sagte der republikanische Parlamentspräsident Paul Ryan über die Gesundheitsreform.

In der Nacht zu Donnerstag hatte bereits der Senat mit 51 zu 48 Stimmen den ersten Schritt eingeleitet, Obamacare abzuschaffen. Demokratische Abgeordnete stimmten weder im Senat noch im Repräsentantenhaus dafür. Allerdings stimmten im Repräsentantenhaus neun Republikaner dagegen.

Obama hatte gegen den Widerstand der Republikaner die größte Reform des US-Sozialsystems seit Jahrzehnten durchgesetzt: Durch Obamacare sank der Anteil der Bürger ohne Krankenversicherung von 16 Prozent auf knapp neun Prozent. Allerdings leidet das System an stark ansteigenden Versicherungsbeiträgen. Während des Wahlkampfs hatte Obamas republikanischer Nachfolger Donald Trump angekündigt, die Reform wieder zurückzunehmen. Später sagte er, sie könnte durch bessere Maßnahmen ersetzt werden.

Die tatsächliche Demontage der Krankenversicherung wird noch einige Zeit dauern. In den Debatten darüber dürfte es in den kommenden Wochen vor allem um die Frage gehen, welchen Schutz die 20 Millionen Versicherten bekommen sollen, die bisher eine Obamacare-Police haben.