Der Iran hat den Test einer ballistischen Rakete bestätigt. Wie die Nachrichtenagentur Isna unter Berufung auf das iranische Verteidigungsministerium berichtet, habe der Iran die Rakete zwar getestet, aber damit nicht gegen das Atomabkommen und die entsprechende UN-Resolution verstoßen. Die USA und Israel hatten dem Iran am Wochenende vorgeworfen, eine ballistische Mittelstreckenrakete abgeschossen und damit gegen die UN-Resolution 2231 verstoßen zu haben. Sie sieht vor, dass der Iran keine ballistischen Raketen entwickeln darf, die atomare Sprengköpfen tragen können.

Am Sonntag war die ballistische Rakete des Typs Chorramschahr von einem bekannten Testgelände rund 225 Kilometer östlich von Teheran gestartet und nach knapp 1.000 Kilometern beim Wiedereintritt in die Erdatmosphäre explodiert. Das berichtete der US-Sender Fox News. Der Test ist damit der erste des Irans seit dem Amtsantritt des neuen US-Präsidenten Donald Trump.

Der Raketentest, den der Iran zunächst nicht bestätigt hatte, führte zu Spannung zwischen den USA und der Islamischen Republik: Die neue US-Botschafterin bei den Vereinten Nationen, Nikki Haley, bezeichnete den Test bei einer Dringlichkeitssitzung des UN-Sicherheitsrates als "absolut inakzeptabel". Der Sprecher des US-Außenministeriums Mark Toner sagte, die USA werden die iranische Regierung zur Rechenschaft ziehen und andere Staaten bitten, dem Folge zu leisten, sollte Teheran tatsächlich gegen die Resolution verstoßen haben.

Israel zeigt sich besorgt

Auch Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu sprach von einem "eklatanten Verstoß" gegen die UN-Resolution. "Eine Reaktion auf die iranische Aggression darf nicht ausbleiben", twitterte Netanjahu. Er werde am 15. Februar bei einem Besuch in Washington mit Trump darüber sprechen.

In der Vergangenheit zeigte sich Israel immer wieder besorgt über iranische Mittelstreckenraketen, die nach Angaben Teherans eine Reichweite von mehr als 2.000 Kilometern haben und mit atomaren Sprengköpfen bestückt werden können. Sie könnten damit jeden Ort in Israel angreifen.

Der Iran bestreitet, mit Raketentests atomare Ziele zu verfolgen. Die UN-Resolution wurde sechs Monate nach dem Zustandekommen des Nuklearabkommens zwischen dem Iran, den fünf UN-Vetomächten und Deutschland im Januar 2016 verabschiedet. Es verpflichtet den Iran, seine Urananreicherung drastisch zurückzufahren und internationale Kontrollen zuzulassen. Im Gegenzug wurden schrittweise die Sanktionen gegen das Land aufgehoben.