US-Verteidigungsminister James Mattis hat den Nato-Partnern mit einem geringeren Engagement seines Landes für die Nato gedroht, falls die Verbündeten nicht ihre Militärausgaben erhöhen. Die Steuerzahler in den USA könnten "nicht weiter einen überproportionalen Anteil an der Verteidigung westlicher Werte tragen", sagte Mattis beim Treffen der Nato-Verteidigungsminister in Brüssel. Sollten die Verbündeten nicht mehr Unterstützung leisten, würden die USA "ihr Engagement verringern".

Bis Ende des Jahres müssten die Alliierten einen Plan ausarbeiten, wie sie ihre Militärausgaben erhöhen und die USA damit entlasten könnten, forderte US-Verteidigungsminister James Mattis am Mittwoch bei einem Treffen mit den Nato-Ministerkollegen in Brüssel.

Zuvor hatte Mattis sich jedoch klar zur Nato bekannt. Das Militärbündnis bleibe "das grundlegende Fundament" für die Beziehungen der USA und der transatlantischen Gemeinschaft, sagte er. Damit setzte er sich von Wahlkampfäußerungen von Präsident Donald Trump ab. Dieser hatte das Bündnis vor seinem Amtsantritt noch als "obsolet" bezeichnet, diese Haltung später aber abgeschwächt. Mattis sagte nun bei seinem ersten Besuch im Brüsseler Nato-Hauptquartier seit seinem Amtsantritt, Trump habe ebenfalls "starke Unterstützung" für die Nato geäußert.

Hintergrund der Forderungen ist, dass eine Nato-Mitgliedschaft offiziell Verteidigungsausgaben in Höhe von zwei Prozent der Wirtschaftsleistung vorsieht. Die Zielmarke wird allerdings von den meisten Staaten nicht eingehalten.

Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) zeigte Verständnis für die Forderung der USA. In einem Gastbeitrag für die Süddeutsche Zeitung schrieb sie: "Wir Deutsche und die meisten Europäer haben uns viel zu lange bei der Sicherheitsvorsorge auf die breiten Schultern unserer amerikanischen Freunde verlassen. Und ja, wir wissen, dass wir einen größeren, einen faireren Teil der Lasten für die gemeinsame atlantische Sicherheit tragen müssen".

Mit Blick auf neue Gegner wie islamistische Terrorgruppen verwies Mattis darauf, dass sich die Nato bislang immer angepasst habe. "Ich vertraue darauf, dass wir einmal mehr beweisen werden, dass wir auf sich wandelnde Herausforderungen reagieren können."