Das Pentagon zieht laut einem Bericht des Senders CNN vom Mittwoch einen Bruch mit der Syrien-Strategie von Ex-Präsident Barack Obama in Betracht. "Es ist denkbar, dass demnächst für eine gewisse Zeit US-Bodentruppen in Syrien kämpfen", sagte eine anonyme Quelle im Verteidigungsministerium dem Sender.

Die Überlegungen seien noch nicht voll ausgereift, und das Ministerium habe Präsident Donald Trump den Vorschlag noch nicht unterbreitet. Trump hatte den Verteidigungsexperten bis Monatsende Zeit gegeben, Vorschläge zur Bekämpfung der IS-Miliz vorzulegen.

Falls der Vorschlag durchgeht, könnten dem Bericht zufolge binnen weniger Wochen die ersten US-Truppen im Norden Syriens aufschlagen – möglicherweise mit einer Zwischenstation in Kuwait. Die genaue Mission der Truppen ist dem Informanten zufolgen noch nicht klar; ein Ziel sei allerdings, der Türkei zu helfen kurdische Gruppen unter Kontrolle zu halten. Auch eine engere Kooperation mit Russland im Syrienkrieg stehe zur Debatte.

Paradigmenwechsel zu Obamas Kurs

Die USA führen eine internationale Militärallianz an, die den IS in Syrien aus der Luft angreift. Deutschland unterstützt die Allianz mit Aufklärungsflügen. Zudem befindet sich eine kleine Zahl von US-Sondereinsatzkräften in Syrien, die jedoch ausschließlich Oppositionsgruppen ausbildet und sie unterstützt. Trumps Vorgänger, Barack Obama, hatte es aus Sicherheitsgründen stets abgelehnt, Kampftruppen in das Bürgerkriegsland zu entsenden.

Die Entsendung von US-Bodentruppen würde bedeuten, dass sich deutlich mehr US-Soldaten im Kampfgebiet aufhalten; dies würde erhöhte Sicherheitsmaßnahmen auf dem Boden und in der Luft notwendig machen. Verteidigungsminister James Mattis nahm bei einer Anhörung keinen direkten Bezug auf den Bericht, erklärte jedoch, er werde mit Obamas Strategie im Irak und in Syrien brechen. Er plane ein "schnelleres" Vorgehen gegen die Extremistengruppen.

Darüber hinaus erwägt die Trump-Administration, die bisherigen Begrenzungen zur Entsendung von Soldaten in den Irak abzuschaffen. Das hätte zur Folge, dass je nach Bedarf deutlich mehr als die derzeit erlaubten 5.262 US-Soldaten gleichzeitig im Irak stationiert werden dürften, wenn er Irak stimmt zustimmt.

Zunächst muss allerdings Donald Trump diesen Vorschlägen zustimmen. Im Wahlkampf hatte er damit geworben, das militärische Engagement der USA im Ausland zurückzufahren.