Rund zwei Monate nach der Einigung auf einen Friedensvertrag zwischen der kolumbianischen Regierung und der Rebellengruppe Farc sind nach Angaben der Vereinten Nationen (UN) inzwischen etwa 6.900 verbliebene Guerillas in sogenannten Entwaffnungszonen angekommen. Dort sollen sie nun ihre Waffen an UN-Vertreter abgeben, heißt es in einer entsprechenden Erklärung der Weltorganisation. Damit würden die Kämpfer einen wesentlichen Teil des Abkommens erfüllen, das das Ende eines mehr als 50 Jahre langen Konflikts besiegeln soll.

Ende Januar hatten die Rebellen ihren "letzten Marsch" angetreten. Der Chef der UN-Beobachtermission für Kolumbien, Javier Pérez Aquino, sagte der Nachrichtenagentur AFP, einige der Farc-Mitglieder hätten fast 8.700 Kilometer in Fahrzeugen, Booten oder zu Fuß zurückgelegt. In den 26 Entwaffnungszonen, die überall im ganzen Land verstreut sind, sollen die einstigen Guerillakämpfer nicht nur bis Mai vollständig entwaffnet, sondern künftig auch ihr neues ziviles Leben vorbereitet werden.

Der kolumbianische Staatschef Juan Manuel Santos nannte es auf Twitter "historisch", dass die Farc-Rebellen kurz vor der Entwaffnung stünden. Im vergangenen Jahr war ihm für seine Bemühungen um die Beendigung des Konflikts der Friedensnobelpreis verliehen worden.

Mit dem Friedensabkommen soll der seit 1964 andauernde Konflikt zwischen der Armee und der Farc, anderen linksgerichteten Guerillagruppen und rechten Paramilitärs beigelegt werden, in dem mehr als 260.000 Menschen getötet wurden. Etwa sieben Millionen Menschen wurden zur Flucht gezwungen, mehr als 60.000 werden vermisst.

Ein ähnliches Friedensabkommen soll mit der Rebellengruppe ELN geschlossen werden – um zu verhindern, dass deren Kämpfer die Kontrolle über frühere Farc-Gebiete und den dortigen Drogenhandel übernehmen.