Der niederländische Rechtspopulist Geert Wilders hat aus Sorge um seine Sicherheit bis auf weiteres alle öffentlichen Auftritte abgesagt. Auf Twitter schrieb Wilders von "sehr verstörenden Neuigkeiten". Seine Partei, die Partei für die Freiheit, setze alle öffentlichen Aktivitäten wegen laufender Ermittlungen zu seiner Sicherheit aus. Das gelte auch für Aktionen wie Flyer verteilen. In den Niederlanden wird Mitte März ein neues Parlament gewählt.

Derzeit wird in den Niederlanden gegen einen Polizisten ermittelt, der Angaben zu Wilders an eine marokkanische Bande weitergegeben haben soll und damit möglicherweise die Sicherheit des islam- und ausländerfeindlichen Politikers gefährdet hat. Die Tageszeitung NRC hatte berichtet, der Polizist sei festgenommen worden sei. Polizeichef Erik Akkerboom bestätigte später, dass Ermittlungen eingeleitet wurden, Wilders' Sicherheit aber "niemals gefährdet" gewesen sei. Der Nachrichtenagentur ANP zufolge kam der Polizist wieder frei, die Ermittlungen liefen aber weiter.

Wilders hatte immer wieder gegen Marokkaner und auch gegen Türken gehetzt. Am Wochenende sprach er von "marokkanischem Abschaum", der die Straßen der Niederlande unsicher mache. 2016 wurde er wegen Anstiftung zur Diskriminierung von Marokkanern verurteilt. Wilders erhielt wegen seiner anti-islamischen Haltung Todesdrohungen und steht seit mehr als einem Jahrzehnt unter Polizeischutz.

Derzeit liegt die Partei für die Freiheit mit der liberalen VVD von Regierungschef Mark Rutte in Umfragen gleichauf.

Niederlande - Geert Wilders und die Ängstlichen In weniger als vier Wochen wählen die Niederländer ein neues Parlament. Der Rechtspopulist Geert Wilders könnte mit seiner Partei für die Freiheit stärkste Kraft werden. Wie denken die, die ihn unterstützen? © Foto: Michael Kooren/Reuters