Algerien hat den Besuch von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) kurzfristig abgesagt. Die Reise sei wegen des Gesundheitszustandes des algerischen Präsidenten Abdelaziz Bouteflika auf einen späteren Termin verschoben worden, teilte das algerische Präsidentenamt mit. Bouteflika leide unter einer Entzündung der Bronchien.

Der seit fast zwei Jahrzehnten amtierende Präsident tritt öffentlich kaum noch auf. Nach mehreren Schlaganfällen in den vergangenen Jahren sitzt der 79-Jährige im Rollstuhl und soll große Probleme mit dem Sprechen haben.

Merkel wollte am Montagabend nach Algerien reisen und sich dort für eine Eindämmung der Fluchtbewegung von Nordafrika nach Europa einsetzen. Zunächst wollte sie Ministerpräsident Abdelmalek Sellal treffen; am Dienstag sollte Präsident Bouteflika sie empfangen. 

Anfang Februar hatte die EU eine engere Zusammenarbeit mit Algeriens Nachbarland Libyen vereinbart; Ziel ist unter anderem ein stärkerer Grenzschutz. Das Land, in dem seit Jahren Bürgerkrieg herrscht, ist mit Abstand das wichtigste Transitland für Migranten, die von Afrika nach Europa wollen.

Die libysche Küstenwache soll nun so ausgerüstet werden, dass sie von Schleuserbanden organisierte Überfahrten in Richtung Europa verhindern kann. Außerdem sollen die Zustände in den libyschen Aufnahmeeinrichtungen für Flüchtlinge mithilfe des UN-Flüchtlingshilfswerks verbessert werden.