Russland und China haben im UN-Sicherheitsrat mit einem Veto Sanktionen gegen das syrische Regime wegen dessen Chemiewaffeneinsätzen verhindert. Russland stellte sich bereits zum siebten Mal seit Beginn des Bürgerkriegs gegen eine Syrien-Resolution. Auch China legte sein Veto gegen die von Frankreich, den USA und Großbritannien entworfene Resolution ein. Von den 15 Mitgliedern des Sicherheitsrats stimmte auch Bolivien mit Nein. Enthaltungen kamen von Kasachstan, Äthiopien und Ägypten.

US-Botschafterin Nikki Haley kritisierte die Vetos als "abscheuliche und nicht zu verteidigende Entscheidungen".   

Der russische Präsident Wladimir Putin hatte sich bereits Stunden vor der Abstimmung im UN-Sicherheitsrat gegen eine Verschärfung der Syrien-Sanktionen ausgesprochen. Weitere Strafmaßnahmen würden den Friedensprozess erschweren, sagte Putin in der kirgisischen Hauptstadt Bischkek. Sie würden dazu beitragen, "Vertrauen zu beschädigen oder zu unterminieren".

Der Resolutionsentwurf sah Strafmaßnahmen gegen elf Syrer und zehn syrische Einrichtungen wegen des Einsatzes von Giftgas vor. Experten einer Untersuchungskommission der Vereinten Nationen sowie der Organisation für das Verbot von Chemiewaffen (OPCW) waren im vergangenen Oktober zu dem Schluss gekommen, dass syrische Truppen in den Jahren 2014 und 2015 drei Ortschaften mit Chemiewaffen angriffen. Das Regime von Baschar al-Assad bestreitet das.