Das war keine gute Woche für das ohnehin problematische amerikanisch-iranische Verhältnis. Iran testet eine ballistische Mittelstreckenrakete und die USA beschließen neue Sanktionen gegen Akteure und Institutionen, die sie hinter dem Test vermuten.

All das begleiten verschärfte rhetorische Salven aus beiden Hauptstädten. Besonders die Trump-Regierung macht deutlich, dass sie eine andere Iran-Politik verfolgen wird als die Vorgänger-Regierung. General Michael Flynn, Nationaler Sicherheitsberater von Donald Trump, verlas ein Statement des Weißen Hauses, wonach Iran nun "offiziell verwarnt" werde.

Donald Trump selbst ließ sich es nicht nehmen, scharf formulierte Tweets hinterherzuschicken. Iran habe "kurz vor dem Kollaps" gestanden, bevor die USA (unter Barack Obama) das Land mit dem Atomabkommen gerettet hätten, klagt Trump. Und nun spiele das Land "mit dem Feuer" und erkenne nicht an, wie "gütig" die Obama-Regierung gewesen sei.

Derartige Statements machen deutlich, dass Trump nicht nur Teheran warnen will, sondern auch darauf abzielt, seinen Vorgänger zu diskreditieren. Zudem signalisieren die USA, dass sie in regionalpolitischen Fragen wieder nah an ihre alten Verbündeten Israel und Saudi-Arabien rücken werden. Schließlich gingen den deutlich formulierten Statements des Weißen Hauses ausführliche Telefonate des Präsidenten mit dem israelischen Premierminister Benjamin Netanjahu und dem saudischen König Salman voraus. Die Stellungnahmen zu den Operationen der Huthis im Jemen dürften nach dem Telefonat zwischen den Verteidigungsministern der USA und Saudi-Arabiens vom vergangenen Dienstag zustande gekommen sein.