Der amtierende Präsident des UN-Sicherheitsrats, der Ukrainer Wolodymyr Yelchenko, hat am Mittwoch eine sofortige Waffenruhe in der Zentralafrikanischen Republik gefordert. Er rief die "bewaffneten Gruppen" auf, sich an Friedensgesprächen zu beteiligen.

Obwohl die internationalen Truppen vor Ort bereits Erfolge erreichen konnten, etwa die Stabilisierung der Lage in der Hauptstadt Bangui, breche die Gewalt in der Mitte und im Norden des Landes derzeit erneut aus – "in einem Ausmaß, wie wir es seit Anfang 2014 nicht mehr erlebt haben". Zivilisten seien die hauptsächlichen Leidtragenden.

Die Blauhelme der UN-Friedensmission Minusca hätten am Wochenende nur knapp einen Überfall auf die Handelsstadt Bambari verhindern können, berichtete der Leiter der Mission, Hervé Ladsous. 300 Kämpfer mit Maschinengewehren seien mit Kleintransportern auf Bambari vorgerückt; die Blauhelme wehrten sie mit Kampfhubschraubern ab.

Die Zentralafrikanische Republik ist eines der ärmsten Länder der Welt. Das Land war im Chaos versunken, als überwiegend muslimische Séléka-Rebellen 2013 nach dem Sturz des christlichen Präsidenten François Bozizé die Macht übernommen hatten. Bei Massakern konkurrierender Milizen wurden Tausende Menschen getötet, Hunderttausende weitere wurden in die Flucht getrieben.

Trotz eines französischen Militäreinsatzes von 2013 bis Ende 2016 und der Präsenz von etwa 12.500 UN-Soldaten ist ein Großteil des Landes weiter unter der Kontrolle bewaffneter Gruppen.