Der südafrikanische Antiapartheidkämpfer Ahmed Kathrada ist tot. Kathrada sei am frühen Dienstagmorgen im Alter von 87 Jahren gestorben, teilte seine Stiftung mit. Er starb demnach in einem Krankenhaus in Johannesburg nach kurzer Krankheit infolge einer Hirnoperation.

Kathada war ein enger Weggefährte und Mithäftling des früheren südafrikanischen Präsidenten Nelson Mandela, der 2013 starb. Er wurde 1964 im sogenannten Rivonia-Prozess gemeinsam mit Mandela verurteilt. Der Prozess sorgte weltweit für Aufmerksamkeit und warf ein Schlaglicht auf das brutale Rechtssystem unter dem Apartheid-Regime. Kathrada verbrachte 26 Jahre und 3 Monate in Haft, 18 davon auf der berüchtigten Gefängnisinsel Robben Island.

Der Veteran des Afrikanischen Nationalkongresses setzte sich an der Seite von Mandela für die Überwindung von Rassismus ein. Unter anderem forderte er mehr Bildung für die Jugend, damit die Fehler der Eltern nicht wiederholt würden. Schulen müssten Labore für Antirassismus sein, steht etwa als Forderung auf der Internetseite seiner Stiftung.

In Südafrika galt Kathrada bis zu seinem Tod als moralische Instanz. Neeshan Balton, Direktor der Ahmed Kathrada Foundation, sprach von einem "großen Verlust" für den ANC, die Freiheitsbewegung und ganz Südafrika. "Kathy war eine Inspiration für Millionen Menschen rund um die Welt." Zuletzt sorgte Kathrada für Aufsehen, als er die Führung des regierenden Afrikanischen Nationalkongresses (ANC) kritisierte und Staatspräsident Jacob Zuma zum Rücktritt aufforderte.