In einem gemeinsamen Brief an Justizminister Jeff Sessions, FBI-Chef James Comey und Heimatschutzminister John Kelly haben sämtliche republikanische und demokratische US-Senatoren die Regierung aufgefordert, auf die steigende Zahl von Bombendrohungen gegen jüdische Einrichtungen in den USA zu reagieren.

Die Vorfälle nähmen zu und durch das Versagen, zu handeln, würden Unschuldige gefährdet, heißt es in dem Schreiben, das die 100 Politiker am Dienstag versandten. "Die feigen Aktionen zielen darauf, eine Atmosphäre der Angst zu schaffen", schreiben die Senatoren.

Ihnen zufolge gab es alleine in den ersten zwei Monaten des Jahres 98 Drohungen gegen jüdische Gemeindezentren und Schulen in 33 US-Staaten. Die Senatoren sprechen von einem antisemitischen Versuch, im ganzen Land Angst zu verbreiten. Das sei komplett inakzeptabel und unamerikanisch.

Vier Tage vor der Veröffentlichung des Briefes war ein früherer Journalist inhaftiert worden. Ihm wird vorgeworfen, für mindestens acht der Botschaften verantwortlich zu sein. Allerdings gab es unmittelbar nach Bekanntwerden des Schreibens eine Reihe neuer Bombendrohungen. Diese betrafen Einrichtungen in mindestens acht Staaten, in der Hauptstadt Washington und in Toronto, hieß es offiziellen Angaben zufolge.

Allein die Antidiffamierungsliga, die sich gegen die Diskriminierung von Juden einsetzt, habe an einem Tag vier telefonische Bombendrohungen erhalten, sagte deren Vorsitzender Jonathan A. Greenblatt. Das sei nicht normal. Man werde sich aber nicht einschüchtern lassen.