Der Friedensprozess in Kolumbien hat eine weitere wichtige Hürde genommen: die ersten 322 Guerillakämpfer haben ihre Waffen an die Vereinten Nationen abgegeben. Die Farc teilen den UN auch die Koordinaten ihrer Sprengstoff- und Munitionsdepots mit. Nach Einschätzung der kolumbianischen Streitkräfte verfügen die Guerillas über 14.000 Gewehre und Pistolen sowie 6.000 andere Waffen wie Granatwerfer und Mörser. Die Waffen sollen nun registriert und in Containern verschlossen werden.

Kolumbiens Präsident Juan Manuel Santos begrüßte auf Twitter den Fortschritt und beschwor einen "historischen Tag für unser Land".  "Die Farc verabschieden sich von den Waffen, um die Gewalt gegen die Versöhnung auszutauschen. Der Frieden schreitet voran", so Santos. Für seine Bemühungen um die Beilegung des Konflikts war Santos im vergangenen Jahr mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet worden.

Der Farc-Unterhändler Carlos Antonio Lozada versprach, die Farc würden sich an die Vereinbarungen halten und alle ihre Waffen übergeben. "Das Wichtige sind nicht die Waffen, sondern die Ideen", sagte er im Radiosender Caracol. Die Guerillaorganisation will künftig als politische Bewegung für ihre Ziele wie eine gerechtere Landverteilung eintreten.

Nach einigen Verzögerungen sind mittlerweile alle Rebellen in den 26 Übergangszonen eingetroffen, wo sie sich auf die Rückkehr ins zivile Leben vorbereiten. Eine Mission der Vereinten Nation überwacht die Entwaffnung. Die Waffen sollen zu drei Monumenten eingeschmolzen und am UN-Sitz in New York, dem Ort der Friedensverhandlungen in Kuba und in Kolumbien aufgestellt werden.

Nach Jahrzehnten des internen Konflikts hatten sich die Regierung und die Farc im vergangenen Jahr auf einen Friedensvertrag geeinigt. Bei den gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen Sicherheitskräften, linken Rebellen und rechten Paramilitärs kamen in Kolumbien mehr als 220 000 Menschen ums Leben.