Im Rennen um die französische Präsidentschaft hat der unabhängige Bewerber Emmanuel Macron seine Pläne konkretisiert. Er kündigte in Paris einen "radikalen Umbau" des Landes an. Sein Programm sei "weder rechts noch links", sagte der 39-Jährige.

Konkret will Macron Blockaden für die Wirtschaft beseitigen. Dazu will er die 35-Stunden-Woche weiter lockern, die Arbeitslosenversicherung für neue Berufsgruppen öffnen und zugleich den Druck auf Arbeitslose erhöhen, Jobs anzunehmen. Die Unternehmenssteuer soll von 33,3 auf 25 Prozent sinken. Gleichzeitig betonte er aber, die Schwächsten der Gesellschaft vor Härten schützen zu wollen. Macron gilt als aussichtsreicher Kandidat der politischen Mitte.

Er rief außerdem die Mitgliedsstaaten der EU dazu auf, bei den Verhandlungen über den Austritt Großbritanniens aus der Gemeinschaft ihren Binnenmarkt zu verteidigen. Die EU könne nicht "ohne eine echte europäische Strategie" überleben, sagte Macron. Damit stellte er sich auch gegen seine Gegenkandidatin Marine Le Pen vom rechtsextremen Front National. Diese will Frankreich aus der EU und der Eurozone führen. Seit der Abstimmung Großbritanniens für einen EU-Austritt im Juni 2016 ist die Abneigung gegenüber der EU in vielen Ländern gewachsen. Umfragen zufolge könnten sich Macron und Le Pen bei der Präsidentschaftsstichwahl am 7. Mai gegenüberstehen.

Das liegt auch daran, dass der dritte Kandidat, François Fillon von der konservativen Partei, in eine Affäre über die Beschäftigung von Verwandten als Angestellte verstrickt ist. Der langjährige Abgeordnete und Senator hatte seine Ehefrau und zwei seiner Kinder als parlamentarische Assistenten beschäftigt. Die französische Justiz ermittelt wegen des Verdachts der Scheinbeschäftigung.

Macron kündigte an, diese Praxis den Abgeordneten ausdrücklich verbieten zu wollen. Er wolle der "Vetternwirtschaft ein Ende setzen", sagte der Kandidat der Tageszeitung Le Parisien noch bevor er sein Wahlprogramm vorstellte. Er will Parlamentariern bei einem Wahlsieg zudem untersagen, neben ihrem Mandat noch Beratertätigkeiten auszuüben. Festgehalten werden soll dies in einem Gesetz für mehr Moral in der Politik. Auch das würde Fillon betreffen, der 2012 eine eigene Beratungsfirma gegründet hatte.

Frankreich - Macron, der Hoffnungsträger der Franzosen Der französische Präsidentschaftskandidat Emmanuel Macron ist für viele seiner Landsleute zum Hoffnungsträger geworden. Umfragen zufolge könnte der 39-jährige Pro-Europäer mit der rechtsextremen Marine Le Pen in die Stichwahl einziehen. © Foto: Jean-Philippe Ksiazek/Getty Images/AFP