Nur wenige haben in Schweden Lust auf die Freiwilligenarmee. Daher führt das skandinavische Land die Wehrpflicht wieder ein. Als Grund für die Reform gibt die rot-grüne Regierung die veränderte Sicherheitslage im Baltikum an.

Etwa 100.000 junge Männer und Frauen der Jahrgänge 1999 und 2000 sollen demnach bis zum Sommer einen Fragebogen ausfüllen. Unter ihnen werden dann 13.000 ausgewählt, um an einem Eignungstest teilzunehmen. Auf diese Weise sollen künftig jedes Jahr rund 4.000 Nachwuchssoldaten angeworben werden – so viele Rekruten braucht es, um die Personalstärke der Armee von etwa 20.000 Soldaten konstant zu halten. Im Schnitt hatten sich in den letzten Jahren nur 2.500 Freiwillige gemeldet.

Als Gründe dafür, dass sich so wenige Freiwillige gemeldet haben, werden unter anderem die niedrige Arbeitslosigkeit gesehen sowie die schlechte Bezahlung von Soldaten.

2010 hatte die konservative Vorgängerregierung die Berufsarmee abgeschafft und ganz auf Freiwillige gesetzt. Auch die Oppositionsparteien unterstützen inzwischen die Rückkehr zur Wehrpflicht. Selbst die Linkspartei sieht die Wiedereinführung positiv.

Schweden ist kein Mitglied der Nato, die Aufstockung der Armee hat also nichts mit den Debatten unter anderem in Deutschland zu tun, wonach Länder zwei Prozent ihres Bruttoinlandsprodukts für Verteidigung ausgeben sollen. Dennoch hat Schweden ein Partnerschaftsabkommen mit dem Verteidigungsbündnis geschlossen.