US-Präsident Donald Trump hat nach Angaben eines Sprechers nichts von der Lobbyarbeit seines früheren Beraters Michael Flynn gewusst. "Ich glaube nicht, dass das bekannt war", sagte Trumps Sprecher Sean Spicer. Zudem verteidigte er Flynns Arbeit: "Er war zu dieser Zeit eine Privatperson."

Wie erst diese Woche bekannt wurde, beriet Flynn während des US-Wahlkampfes das niederländische Unternehmen Inovo BV, dessen türkischer Besitzer gute Kontakte zu Präsident Recep Tayyip Erdoğan hat. Flynns Firma erhielt dafür 530.000 US-Dollar (rund 502.775 Euro), wie aus Papieren des Justizministeriums hervorgeht.

Erst am Dienstag hatte Flynns Firma dem Justizministerium die Arbeit für das niederländische Unternehmen gemeldet. In dem Antrag heißt es, die Tätigkeit "habe so ausgelegt werden können, dass die Türkische Republik davon profitierte". Amerikaner müssen dem Ministerium melden, wenn sie Lobbyarbeit für eine ausländische Regierung betreiben.

Flynns Arbeit drehte sich um den türkischen Prediger Fethullah Gülen, der von Erdoğan als Staatsfeind betrachtet wird und in den USA lebt. Noch kurz vor Trumps Wahlsieg hatte sich Flynn in einem Gastbeitrag für das Magazin The Hill für die Auslieferung Gülens stark gemacht.

Der Präsident machte Flynn zu seinem Nationalen Sicherheitsberater. Er musste aber bereits im Februar zurücktreten, weil er noch vor Trumps Amtsübernahme mit einem russischen Diplomaten über US-Sanktionen gegen Russland gesprochen und dies verheimlicht hatte.