Der New Yorker Staatsanwalt Preet Bharara ist von der US-Regierung entlassen worden, nachdem er einer Aufforderung zum Rücktritt nicht gefolgt war. "Ich bin nicht zurückgetreten. Vor ein paar Augenblicken bin ich gefeuert worden", schrieb Bharara am Samstag auf Twitter.


Die Regierung von Donald Trump hatte am Freitag Dutzende Bundesanwälte zum Rücktritt aufgefordert, die während der Amtszeit seines Vorgängers Barack Obama ernannt worden waren, darunter auch Bharara. Alle verbleibenden 46 Bundesanwälte hätten die Aufforderung erhalten, ihren Rücktritt einzureichen, "um einen einheitlichen Übergang zu ermöglichen", sagte eine Sprecherin von Justizminister Jeff Sessions. Es ist üblich, dass die Verträge von Bundesanwälten, die der Vorgänger eines Präsidenten eingestellt hat, nicht verlängert werden. Es ist jedoch selten, dass sie auf einen Schlag zum Aufhören gezwungen werden.

Bharara hatte sich nach eigenen Worten vor Trumps Amtsantritt mit ihm getroffen und war von Trump aufgefordert worden, im Amt zu bleiben. Er war im Jahr 2009 von Obama ernannt worden und hatte sein Amt auf dem Höhepunkt der US-Immobilien- und Finanzkrise angetreten.

Politiker empört über Entlassung

Er machte sich einen Namen, indem er unter anderem eine Reihe von Insidergeschäften und öffentlichen Korruptionsfällen aufarbeitete. Im vergangenen Jahr gelang ihm ein schwerer Schlag gegen 120 Mitglieder zweier rivalisierender Straßengangs in New York. Er war für die Stadtteile Manhattan, die Bronx und angrenzende Stadtviertel zuständig.

Mehrere New Yorker Politiker, unter ihnen auch Republikaner, zeigten sich bereits vor der Entlassung empört über die Aufforderung zum Rücktritt und rieten Bharara, nicht zurückzutreten. "Preet macht das, wofür er angestellt wurde", schrieb der republikanische Minderheitsführer in der Parlamentskammer des US-Bundesstaates New York, Brian Kolb, auf Twitter.

Der Chef der Demokraten im Senat, Chuck Schumer, zeigte sich "beunruhigt" über den Schritt. Die Massenentlassung sei nicht in "geregelter Weise" erfolgt. Die Bundesanwälte würden zum Rücktritt gedrängt, bevor ihre Nachfolger bestätigt oder auch nur nominiert worden seien. Damit würden laufende Gerichts- und Ermittlungsverfahren behindert, sagte er.