Das iranische Außenministerium wirft US-Präsident Donald Trump und seiner Regierung vor, einen Vorwand zu suchen, um die Umsetzung des Atomabkommens zu verhindern. "Unter welchem Vorwand auch immer, wir werden es jedenfalls nicht zulassen", sagte Vizeaußenminister Abbas Araghchi. Der Iran werde den "Konfrontationskurs" der Trump-Regierung bei dem für diesen Dienstag geplanten Atomtreffen in Wien ernsthaft und kritisch ansprechen, sagte Araghchi dem Webportal des Ministeriums zufolge.

US-Außenminister Rex Tillerson hatte zuvor das Atomabkommen des Westens mit dem Iran kritisiert. Der Deal erfülle nicht das Ziel, das Land von der Entwicklung von Atomwaffen abzuhalten. "Er verzögert nur das Erreichen des Ziels des Irans, eine Nuklearmacht zu werden", sagte Tillerson. Die iranische Regierung wies die Vorwürfe zurück.

Mit dem in Wien geschlossenen Abkommen sollte die Sorge der Weltgemeinschaft vor einer iranischen Atombombe zerstreut werden. Der Iran unterwirft demnach unter anderem seine Urananreicherung bis zu 25 Jahre lang einem mehrstufigen System von Beschränkungen und Kontrollen durch die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA). Im Gegenzug sollte der Westen Wirtschaftssanktionen aufheben.

Trump hatte wiederholt Verhandlungen und Abkommen mit dem Iran über dessen Atomprogramm kritisiert. 2015 hatte die US-Regierung unter Barack Obama zusammen mit anderen einflussreichen Staaten mit dem Iran vereinbart, dass das Land sein Atomprogramm wesentlich begrenzt. Im Gegenzug wurden Sanktionen deutlich gelockert. "Es hätte nicht unterzeichnet werden dürfen", sagte Trump über das Abkommen. Im Wahlkampf kündigte er an, die USA werde unter ihm als Präsidenten aus dem Deal aussteigen oder neu verhandeln.