Deshalb ist Jenft in die Partei eingetreten und regionaler Abgeordneter geworden. Im Juni will auch er für einen Sitz in der Nationalversammlung kandidieren.

Leute wie Jenft und Durox können beim FN schnell aufsteigen. Ohne die bei den etablierten Parteien übliche Ochsentour. Auch das lockt Männer und Frauen mit politischen Ambitionen an. Zugleich helfen sie Le Pen, ihre Partei vom Ruf freizumachen, sie sei nur ein Hort von Rassisten und Antisemiten. "Ich trage zur Entdiabolisierung der Partei bei," ist Durox überzeugt. "Mein Beruf als Lehrer hilft. Die Leute schauen mich an, denken sich, hm, der ist vielleicht kein schlechter Mensch."

"Effizienz erreicht man durch Erneuerung," sagt Jean-Lin Lacapelle, ehemals Manager bei L’Oréal und Danone. Jetzt ist er bei der FN für die Professionalisierung der Parteiarbeit zuständig. "Wir suchen fähige Leute, eine Pluralität der Profile."

Manche beim FN nennen Lacapelle den "Reiniger". Weil er alte Kader aus der Zeit hinaus katapultiert, als Le Pens Vater Jean-Marie noch die Partei führte. Solche, die Judenwitze erzählen oder mit rassistischen Kommentaren auffallen.

Auch Frauen vertrauen Le Pen

Seit Marine Le Pen den Vorsitz übernommen hat, ist die Partei auch für Frauen attraktiv. "Marine Le Pen hat verstanden, dass die weibliche Wählerschaft von strategischer Bedeutung ist," sagt die französische Politikwissenschaftlerin Nona Mayer. Sie beschäftigt sich seit Jahrzehnten mit dem FN. Bereits 2012 war der Stimmenanteil bei den Wählerinnen mit 17,5 Prozent beinahe so hoch wie bei den Männern mit 19 Prozent.

Häufig sind es Krankenschwestern und Kassiererinnen, die für den FN stimmen: Frauen in schlecht bezahlten Berufen. Diesmal jedoch sprechen auch junge Studentinnen ohne Scheu aus, dass sie rechts wählen. Weil sie darauf vertrauen, dass Le Pen als Frau Wort hält. Madame Figaro, das Frauenmagazin der konservativen Tageszeitung Le Figaro, veröffentlichte vor wenigen Tagen Kurzinterviews von fünf Anhängerinnen der rechten Kandidatin. Begleitet von Fotos höchst attraktiver Wählerinnen. Eine bessere Gratis-Werbung hätte sich der FN kaum wünschen können.