Die Ukraine hat im Separatistengebiet Luhansk im Osten des Landes die Stromversorgung eingestellt. Grund dafür sei ein Zahlungsrückstand, meldete die Agentur Interfax unter Berufung auf die Behörden der prorussischen Aufständischen in Luhansk. Russland kündigte an, stattdessen die Stromversorgung des Gebiets im Donbass zu übernehmen.

"Das ist ein weiterer Schritt der Ukraine, das Territorium abzutrennen", sagte der Sprecher der russischen Regierung, Dmitri Peskow. Russland habe viel getan und tue weiter viel, um die Folgen des Konflikts in der Region zu lindern. Der russische Bevollmächtigte im Ukraine-Konflikt, Boris Gryslow, warf der prowestlichen Führung in Kiew vor, keine echte Reintegration des Donbass zu wollen.

Die ukrainische Regierung gab hingegen Russland die Verantwortung für die Eskalation im Streit um die Stromversorgung. Russland habe schon früher Strom nach Luhansk verkauft, sagte Wadim Tschernysch, Minister für die besetzten Gebiete. Die Abschaltung stellte er als eine Reaktion darauf dar. Die Ukraine hatte seit Beginn des bewaffneten Konflikts im April 2014 mehrfach wirtschaftliche Blockaden der Separatistengebiete Donezk und Luhansk verhängt.  

Im Donbass bekämpfen sich seit drei Jahren ukrainische Regierungstruppen und Separatisten. Mehrere Versuche einer Waffenruhe scheiterten. Unabhängige Beobachter der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) überwachen die Lage. Am vergangenen Sonntag wurde ein OSZE-Mitarbeiter in der Ostukraine getötet. Das Auto der Beobachter war in der Nähe von Luhansk auf eine Mine gefahren und wurde vollständig zerstört.