Frankreich macht die syrische Regierung von Präsident Baschar al-Assad für den Giftgas-Angriff von Chan Scheichun mit 87 Toten verantwortlich. Der Angriff mit Sarin vom 4. April trage zweifelsfrei "die Handschrift des Regimes" in Damaskus, teilte das französische Außenministerium mit. Das hätten Laboruntersuchungen von Proben aus Syrien ergeben.

Bei dem Giftgas handele es sich um das Nervengas Sarin, heißt es in einem Bericht, den Außenminister Jean-Marc Ayrault vorlegte. "Wir wissen aus sicherer Quelle, dass das Herstellungsverfahren des Sarins (...) typisch für die Methode ist, die in den syrischen Labors entwickelt wurde." Diese Methode erlaube es, Assads Verantwortung für die Attacke festzustellen, sagte Ayrault. Insgesamt seien fünf Sarin-Attacken in Syrien seit April 2013 "bewiesen", heißt es in dem Bericht. Damit habe Syrien wiederholt seine Zusage verletzt, keine Waffen mehr einzusetzen, die von der internationalen Gemeinschaft geächtet werden.

Die Organisation für das Verbot von Chemiewaffen (OPCW) hatte vor einer Woche mitgeteilt, bei dem Angriff sei "unbestreitbar" das Nervengas Sarin oder eine ähnliche Substanz eingesetzt worden. Die OPCW hatte sich aber nicht zur Frage der Verantwortlichkeit für den Giftgasangriff geäußert.

Die USA sehen die Verantwortung für den Giftgasangriff schon länger bei Assad. Nach russischer Darstellung soll das Nervengas aus Lagern der Rebellen stammen, die bei einem Bombenangriff getroffen worden seien. Assad selbst nannte die Vorwürfe zu "hundert Prozent konstruiert". Er warf dem Westen seinerseits vor, die angebliche Attacke als "Vorwand" für den US-Angriff auf einen Luftwaffenstützpunkt der syrischen Armee genutzt zu haben. Die USA hatten als Vergeltung für den Angriff einen syrischen Luftwaffenstützpunkt mit Marschflugkörpern beschossen. Es war der erste direkte Angriff des US-Militärs auf die syrischen Regierungstruppen.