Die Bewegung des neu gewählten französischen Präsidenten Emmanuel Macron hat sich umbenannt. Generalsekretär Richard Ferrand teilte am Abend mit, die Gruppierung namens En Marche! (In Bewegung) heiße künftig La République en Marche (Die Republik in Bewegung). Zugleich legte Macron wie erwartet den Vorsitz nieder, um sich ganz seinen Aufgaben als Präsident widmen zu können. Den Interimsvorsitz der Bewegung hat die Delegierte Catherine Barbaroux übernommen. Sie hat bereits unter verschiedenen französischen Arbeitsministern als Referentin gearbeitet.

La République en Marche will bis Donnerstag die Namen der 577 Kandidaten für die Wahl zur Nationalversammlung im Juni bekanntgeben. In den vergangenen Wochen konnten sich Franzosen landesweit für die Liste bewerben. Nach Angaben Ferrands soll jeder zweite aus der Zivilgesellschaft stammen. Zudem sollen 50 Prozent Frauen sein. Nicht akzeptiert würden Kandidaturen von Anhängern, die Vorstrafen hätten, sagte Ferrand.

Macron gründete seine Bewegung vor gut einem Jahr, heute hat sie etwa 280.000 Anhänger. Mit der Gruppierung will Macron die traditionellen Links-Rechts-Blöcke überwinden. Die Formation soll alle gesellschaftlichen Schichten und politischen Lager integrieren. Sie finanziert sich bisher durch Spenden, Beiträge zahlen die Mitglieder nicht. Künftig soll die Bewegung auch staatliche Finanzmittel erhalten, Voraussetzung dafür ist aber, dass sie gewählte Mitglieder hat.

Der frühere Wirtschaftsminister hatte die Präsidentschaftswahl am Sonntag mit gut 66 Prozent der Stimmen gewonnen. Am kommenden Sonntag wird Macron als jüngster Präsident der französischen Geschichte die Amtsgeschäfte übernehmen. Anschließend will er sein vorläufiges Kabinett vorstellen.

Für Macron wird es wichtig sein, eine Mehrheit bei der Parlamentswahl am 11. und 18. Juni zu erreichen. Den Ausschlag dürfte dafür auch die Wahl des Regierungschefs geben: Macron wird voraussichtlich eine Person benennen, die sowohl bei den konservativen Republikanern als auch bei den Sozialisten Anklang findet. In beiden Parteien sind Politiker geneigt, sich an einer Regierungsmehrheit zu beteiligen. Bei den Konservativen ist es unter anderem Ex-Landwirtschaftsminister Bruno Le Maire. Generalsekretär Ferrand sagte dem Sender RTL, wer an der künftigen Regierungsmehrheit beteiligt sein wolle, müsse aber die Reformvorhaben des Präsidenten unterstützen.

Paris - Protest gegen Macron Nach der Wahl Emmanuel Macrons zum neuen Präsidenten Frankreichs haben in Paris mehr als tausend Menschen gegen ihn protestiert. Was wollen sie anders haben? © Foto: Ana-Marija Bilandzija