"Diese Idioten glauben, dass sie mit Geld die Freundschaft der Gegner des Islams gewinnen können", sagte Ajatollah Ali Chamenei laut Nachrichtenagentur Fars über den Erzrivalen seines Landes, Saudi-Arabien. Seine Kritik galt den Waffenbestellungen der Saudis bei US-Firmen in dreistelliger Milliardenhöhe, die während Donald Trumps Besuchs in Riad besiegelt wurden.

Das sunnitische Saudi-Arabien und der schiitische Iran ringen im Nahen und Mittleren Osten um die Vormachtstellung. Die beiden wichtigsten Regionalmächte sind an mehreren Konflikten in der Region beteiligt, unter anderem an den Bürgerkriegen im Jemen und in Syrien sowie am Nahostkonflikt.

Neben dem obersten Religionsführer Chamenei, der laut Verfassung das letzte Wort in strategischen Belangen hat, hatte auch Irans Präsident Hassan Ruhani den US-saudischen Waffendeal vehement kritisiert. Statt Waffendeals zu schließen, sollten die saudischen Führer ihren Bürgern beibringen, was Wahlurnen und demokratische Wahlen sind, sagte Ruhani.

Auch mehrere US-Senatoren kritisierten die Rüstungsgeschäfte; es sei zu befürchten, dass Saudi-Arabien die Waffen im Jemen einsetze. Kurz vor Donald Trumps Amtsantritt hatten die USA eine Rüstungslieferung an die saudi-arabischen Streitkräfte gestoppt und dies mit der hohen Zahl ziviler Opfer durch die saudi-arabische Militärintervention im Jemen begründet.

Saudi-Arabien hatte die diplomatischen Beziehungen zum Iran abgebrochen, nachdem aufgebrachte Demonstranten letztes Jahr die saudische Botschaft in Teheran gestürmt und Teile des Gebäudes in Brand gesetzt hatten. Auslöser für die Proteste war die Hinrichtung des schiitischen Geistlichen Nimr al-Nimr im sunnitischen Saudi-Arabien.