Der Kommunikationschef von US-Präsident Donald Trump, Mike Dubke, verlässt nach nur drei Monaten das Weiße Haus. Trumps Beraterin Kellyanne Conway bestätigte dem Sender Fox News, dass Mike Dubke diesen Wunsch geäußert habe. Die Nachrichtenagentur AFP meldete unter Berufung auf einen Regierungssprecher, dass Dubke bereits am 18. Mai in einem Schreiben an Trump mitgeteilt habe, dass er aus persönlichen Gründen sein Amt aufgebe.

Einen Tag zuvor hatte das Justizministerium den früheren FBI-Direktor Robert Mueller damit beauftragt, die mögliche russische Einflussnahme auf den US-Wahlkampf  als Sonderermittler zu untersuchen. Dubke, Besitzer eines republikanischen Kommunikationsunternehmens mit engen Verbindungen zu Pateigrößen wie Karl Rove, war erst im März in die Trump-Regierung gekommen.

Nach Informationen des Politikportals Axios handelt es sich bei Dubkes Ausscheiden um eine Trennung im Guten. Dubke hatte nach Conways Worten angeboten, noch die jüngst zu Ende gegangene Auslandsreise Trumps zu begleiten. Laut Axios gibt es noch keinen konkreten Termin für seinen Abschied. Auch ein Nachfolger wurde noch nicht benannt.

Dubke war für die Kommunikation des US-Präsidenten eher im Hintergrund tätig, während der umstrittene Sprecher Sean Spicer derzeit das Gesicht nach außen ist. So war Dubke auch für das Krisenmanagement nach der vielfach kritisierten Entlassung von FBI-Direktor James Comey zuständig. Er war einer der wenigen Quereinsteiger unter Trump, der großen Wert auf persönliche Beziehungen und Loyalität legt. 

Neuer Stabschef?

Derzeit arbeitet das Weiße Haus an einer neuen Strategie und einem neuen Team, unter anderem, um die Vorwürfe wegen möglicherweise unangemessener Kontakte nach Russland abzuwehren, wie sie gegen Mitglieder des Trump-Teams, etwa Schwiegersohn Jared Kushner oder den zurückgetretenen Sicherheitsberater Michael Flynn erhoben werden. Die Affäre erschwert es Trump-Beobachtern zufolge, seine politische Agenda umzusetzen. Dazu meldete sich Trump erneut per Twitter zu Wort: "Russische Beamte müssen über die USA lachen und darüber, wie eine lahme Ausrede, warum die Demokraten verloren haben, die Fake-News übernommen hat."

Wie die Washington Post und Axios berichten, könnte Dubkes Rückzug der Beginn eines größeren Umbaus im Weißen Haus sein. Laut Axios erwägt Trump, den prominenten Lobbyisten David Urban, der Trump auch im Wahlkampf beriet, als neuen Stabschef einzusetzen. Diesen Posten hat im Moment Ex-Parteichef Reince Priebus inne. Außerdem verhandle Trump mit seinen früheren Wahlkampfmanagern Corey Lewandowski und David Bossie über einen Einstieg in seinem Krisenkommunikationsteam. Lewandowski war im Wahlkampf wegen Vorwürfen der Körperverletzung in die Schlagzeilen geraten.

Außerdem solle Regierungssprecher Spicer künftig seltener vor der Kamera auftreten, auch generell seien weniger Pressestatements geplant, bei denen Kameras zugelassen werden. Zudem wolle Trump selbst häufiger für das Weiße Haus sprechen, um "die Dinge genauso zu sagen, wie er möchte, dass sie gesagt werden", zitiert Axios einen Regierungsbeamten. Spicer musste sich mehrfach Spott für seine Versuche gefallen lassen, Aussagen von Trump zu interpretieren. Trumps Beraterin Conway brachte für Spicers Äußerungen die inzwischen berühmt gewordenen "alternativen Fakten" ins Spiel.