Die USA haben die Verantwortung für einen Luftangriff in der irakischen Stadt Mossul übernommen, bei dem im März mehr als hundert Zivilisten getötet wurden. Das ist das Ergebnis einer Untersuchung des US-Verteidigungsministeriums. Demnach hätte der Angriff am 17. März eigentlich zwei Heckenschützen der Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) gegolten. Sie hätten sich in demselben Gebäude wie die getöteten Zivilisten aufgehalten.

Zwar seien die zwei Kämpfer des IS getötet worden, infolge des Luftangriffs sei aber auch eine größere Menge Sprengstoff in dem Gebäude explodiert, die der IS dort deponiert hatte, sagte der US-Luftwaffengeneral Matt Isler. Die Explosionen hätten das Bauwerk zum Einsturz gebracht, dabei seien mehr als 100 Zivilisten in den unteren Stockwerken getötet worden. Vier weitere Zivilisten wären in einem benachbarten Gebäude gestorben.

Dem Pentagon zufolge haben die Truppen der von den USA angeführten Anti-Terror-Koalition nicht gewusst, dass sich Zivilisten in dem Gebäude mit den Heckenschützen aufhielten. Bereits Ende März hatte die US-Armee eingeräumt, dass sie "wahrscheinlich" für den Tod der Zivlisten bei dem Angriff mitverantwortlich sei.

Mossul gilt als letzte wichtige Stellung des "Islamischen Staates" im Irak. Den Ostteil der Stadt hatten die irakischen Regierungstruppen mit Unterstützung der internationalen Koalition bereits im Januar zurückerobert. Um den Westen der Stadt wird weiterhin gekämpft; mehrere hunderttausend Zivilisten sollen dort weiterhin verharren. Vergangenen Monat konnte die Koalition einen Erfolg verzeichnen und das größte Stadtviertel West-Mossuls einnehmen.

Die USA und ihre Verbündeten hatten im Jahr 2014 mit Luftangriffen gegen den IS in Syrien und im Irak begonnen. Im Oktober 2016 starteten irakischen Streitkräfte mit Unterstützung der Anti-Terror-Koalition eine Großoffensive auf die Stadt. Mittlerweile sind nach irakischen Angaben nahezu 90 Prozent der Stadt zurückerobert.