ZEIT ONLINE: Sie bewundern Wladimir Putin, sagten Sie einst?

Farage: Im Jahr 2013 war Putin als politischer Führer der beste der Welt. Ja, das habe ich mal gesagt. Aber ich würde nicht gerne in seinem Land leben, ich mag auch vieles nicht, was er getan hat. Aber als politischer Führer ist er bewundernswert.

ZEIT ONLINE: Ein russisches außenpolitisches Ziel ist die Spaltung und Schwächung der EU. Wurden Sie womöglich im Fall des Brexits direkt oder indirekt für russische Ziele benutzt?

Farage: Es ist offensichtlich, dass die EU sich nach Osten erweitern und Russland bedrohen will. So irrsinnig ist die EU.

ZEIT ONLINE: Es ist nicht wahr, was Sie sagen. Nicht die EU hat die Revolution in der Ukraine ausgelöst, sondern die Ukrainer, die eine bessere Beziehung zur EU wollten.

Farage: Ich möchte die EU zerstören. Und es ist egal, ob Gott oder der Dalai Lama es auch wollen. Die EU ist ein antidemokratisches, gescheitertes Projekt. Wissen Sie, Sie sind die erste Person, die mich direkt gefragt hat, ob Russland mich unterstützt. Kein anderer Journalist in der ganzen Welt fragte das zuvor.

ZEIT ONLINE: Ich würde nur gerne Ihre Rolle verstehen.

Farage: Wir haben keine Verbindungen zu Russland.

ZEIT ONLINE: Sie haben sich also nie mit dem stellvertretenden russischen Botschafter in London getroffen?

Farage: Nein.

ZEIT ONLINE: Nicht im Jahr 2013, bevor die Brexit-Kampagne entworfen wurde?

Farage: Ah, warten Sie kurz. Er kam hier in mein Büro im Europäischen Parlament. Vielleicht habe ich ihn auch in London getroffen. So what?

ZEIT ONLINE: Weshalb haben Sie sich mit ihm getroffen?

Farage: Ich denke, Sie sind ein Spinner! Sie sind ein richtiger Spinner! Der Brexit war das Beste, was geschehen ist – für Russland, für Amerika und für Deutschland. Darum geht es.

Farages Pressesprecher unterbricht das Interview erneut. Er bittet darum, dass Farage mehr über die Handelsverbindungen zwischen Deutschland und dem Vereinten Königreich reden solle. Farage nickt.

ZEIT ONLINE: Die Wirtschaft Großbritanniens und die Wirtschaft der übrigen EU werden durch den Brexit geschwächt.

Farage: Sie reden nur Müll. Die EU ist ein gescheitertes Projekt. Die Idee, dass sie gut für die Wirtschaft sei, ist genauso Müll.

ZEIT ONLINE: Seit wann glauben Sie diese Unwahrheit eigentlich selbst?

Farage: Seit 1990. Schon damals erkannte ich, dass das ganze System Nonsens ist. Es wird nie funktionieren. Es hat eine Weile gedauert, aber nun haben wir den Ausstieg geschafft. Wir Briten sind die Ersten, aber andere Länder werden ebenso aus der EU aussteigen.

ZEIT ONLINE: Wer denn?

Farage: Wir werden sehen: Griechenland. Vielleicht Dänemark oder Schweden. Wir werden sehen.