Nordkorea hat nach eigenen Angaben weitere Fortschritte bei seiner Raketenentwicklung erzielt. Das Land meldete den erfolgreichen Test einer "neuartigen präzisionsgelenkten ballistischen Rakete". Machthaber Kim Jong Un habe den Test persönlich überwacht, teilte die staatliche Nachrichtenagentur KCNA mit. Die USA und Südkorea bestätigten den Raketentest. Nach ihren Angaben handelte es sich um eine Kurzstreckenrakete, die etwa 450 Kilometer weit flog und vor Japan im Meer landete. Es war der dritte Raketentest Nordkoreas in weniger als drei Wochen.

Die USA kündigten an, am Dienstag erstmals den Abschuss einer Langstreckenrakete durch ihr nationales Abwehrsystem zu testen. Die Übung erfolgt vor dem Hintergrund der zunehmenden Spannungen mit Nordkorea. Die Bilanz der vorangegangenen US-Abfangversuche war durchwachsen.

Theoretische Reichweiten nordkoreanischer Raketensysteme, geschätzt und hochgerechnet

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Seit 2006 hat das Regime in Pjöngjang nach eigenen Angaben fünf Atomwaffentests durchgeführt, zwei davon im vergangenen Jahr. Zugleich arbeitet die Führung Nordkoreas an der Entwicklung von Langstreckenraketen, mit denen atomare Sprengköpfe bis an die Westküste der USA getragen werden könnten. Der jüngste Raketentest sollte den nordkoreanischen Berichten zufolge dazu dienen, ein neues Steuerungssystem wie auch die Zuverlässigkeit einer neuen mobilen Startrampe zu überprüfen.

Nordkorea verstößt mit den wiederholten Raketentests gegen mehrere UN-Resolutionen, die der Führung in Pjöngjang den Test ballistischer Raketen verbieten. Das sind in der Regel militärische Boden-Boden-Raketen. Sie können je nach Bauart konventionelle, biologische, chemische oder atomare Sprengköpfe tragen.