Der panamaische Ex-Diktator Manuel Noriega ist tot. Das teilte die Regierung des zentralamerikanischen Landes mit. Mit dessen Tod werde ein Kapitel der Geschichte des Landes abgeschlossen, schrieb Panamas Präsident Juan Carlos Varela auf Twitter.

Manuel Noriega hatte Panama von 1983 bis zur einer US-Invasion 1989 als Militärmachthaber regiert und saß später im Gefängnis. Der Name Noriega steht  für ein Schreckensregime mit Korruption, Mord und Drogenhandel.

Die USA hatten den Aufstieg Noriegas zunächst gefördert. Der US-Geheimdienst CIA hatte ihn als jungen Offizier angeworben und finanziell unterstützt. Während er von 1983 bis 1989 als Militärmachthaber regierte, geriet er unter anderem wegen Drogengeschäften in die Kritik. So fiel er wegen Verbindungen zum kolumbianischen Medellín-Kartell in Ungnade, wurde bei der US-Militärintervention Just Cause gestürzt, festgenommen in den USA vor Gericht gestellt. Während dieser Operation sind Schätzungen zufolge mehr als 3.000 Menschen ums Leben gekommen, darunter zahlreiche Zivilisten. Die genaue Zahl und die Identität der Opfer sind allerdings unklar, weil viele Leichen in anonymen Massengräbern bestattet wurden. Die Invasion galt zum damaligen Zeitpunkt als die größte Luftlandeoperation der Vereinigten Staaten nach dem Zweiten Weltkrieg.

Nach 20-jähriger Haft in den USA wurde Noriega 2010 an Frankreich überstellt. Dort war der Ex-Diktator wegen Geldwäsche zu sieben Jahren Haft verurteilt worden. Die Richter sahen es als erwiesen an, dass der frühere General in den achtziger Jahren Drogengeld nach Frankreich geschleust und in teure Immobilien investiert hatte. Der von einem Schlaganfall geschwächte Noriega selbst beteuerte in dem Prozess seine Unschuld. 2011 wurde Noriega dann in seine Heimat ausgeliefert und unter hohen Sicherheitsvorkehrungen umgehend ins Gefängnis gebracht.

Wegen einer Gehirnerkrankung war Noriega im Januar aus dem Gefängnis entlassen und unter Hausarrest gestellt worden. Seine letzten Monate verbrachte er in einem Krankenhaus. Anfang März hatte er sich einer Gehirnoperation unterzogen. In der Folge ist es zu Komplikationen gekommen. Die Zeitung La Prensa berichtet, Noriegas Tod sei eine Folge davon gewesen.

Noriega hinterlässt drei Töchter. Der aktuelle Präsident betonte, Noriegas Familie und seine drei Töchter hätten es verdient, dass Noriega in Frieden bestattet werde.