Im Zuge der Russland-Untersuchungen teilte das FBI dem Aufsichtsausschuss des US-Repräsentantenhauses mit, dem Gremium keine Gesprächsnotizen des entlassenen FBI-Direktors James Comey auszuhändigen. Das sagte der Vorsitzende des Ausschusses, der Republikaner Jason Chaffetz, in einem Interview mit dem US-Fernsehsender CNN. Es geht um Unterlagen, die Details zu Comeys Gesprächen mit US-Präsident Donald Trump beinhalten. 

Auf dieser Gesprächsnotiz soll Berichten zufolge festgehalten sein, dass Trump Comey aufforderte, die FBI-Ermittlungen zu dem früheren Sicherheitsberater Michael Flynn einzustellen.

Chaffetz beklagte in dem Interview, das FBI habe den Mitarbeitern seines Ausschusses lediglich eine E-Mail mit zwei Sätzen gesendet und erklärt, das Material werde nicht übergeben. Begründet worden sei die Entscheidung mit dem neu ernannten Sonderermittler, der die Russland-Untersuchungen für das Justizministerium übernommen hat. Dieser überprüft, ob und wie Russland die Präsidentenwahl im vergangenen Jahr beeinflusst hat und ob es Verbindungen von Trumps Team nach Moskau gab.

Chaffetz sagte, die Erläuterungen des FBI seien nicht ausreichend. "Es ist nicht gut genug, nur zwei Sätze zu liefern und zu sagen: 'Hey, da ist ein Sonderermittler. Wir werden den Kongress nicht seinen Job machen lassen'", sagte Chaffetz. Nach eigenen Angaben erwägt er, eine gerichtliche Anordnung zu beantragen, mit der die Dokumente eventuell doch an den Ausschuss überreicht werden müssen.

Russische Pläne mit Trumps Beratern

Unterdessen berichtet die New York Times über neue Indizien zur Frage, ob und wie Russland Einfluss auf die US-Wahl genommen haben könnte. Hochrangige russische Geheimdienstler und Politiker hätten demnach über Trumps Berater diskutiert. Diese Information hätten amerikanische Spione im vergangenen Sommer erfasst, berichtet die New York Times unter Berufung auf drei damalige und aktuelle US-Regierungsvertreter.

Dem Bericht zufolge konzentrierten sich die Überlegungen in Russland auf Paul Manafort, den damaligen Wahlkampfchef von Trump, sowie Michael Flynn, der damals als Wahlkampfberater tätig war und später kurzzeitig auch Trumps Nationaler Sicherheitsberater wurde.

Laut der Zeitung dachten die russischen Geheimdienstler und Politiker, durch Manafort und Flynn könnten Trumps Ansichten über die Regierung in Moskau beeinflusst werden. Manche von ihnen hätten über ihre Kontakte zu Flynn geprahlt. Andere hätten geglaubt, Manaforts Verbindung zum russlandfreundlichen ukrainischen Ex-Präsidenten Viktor Janukowitsch zu ihrem Vorteil nutzen zu können.

Weiter heißt es, die Informationen der Spione seien als so glaubwürdig eingestuft worden, dass sie an das FBI weitergegeben wurden. Zu dieser Zeit begann die Polizeibehörde auch Ermittlungen zu einer mutmaßlichen Einflussnahme Moskaus auf die US-Präsidentenwahl sowie möglichen Verbindungen zwischen Trump-Leuten und Russland.