Der ehemalige US-Präsident Barack Obama soll seinen Nachfolger Donald Trump vor der Anstellung von Michael Flynn als nationalen Sicherheitsberater gewarnt haben. Das berichteten die US-Medien NBC und CNN unter Berufung auf drei frühere Mitarbeiter der Obama-Regierung. Demnach kam es zwei Tage nach Trumps Wahlsieg im November 2016 zu einem ersten Treffen zwischen Trump und Obama im Oval Office. Im Verlauf des Gesprächs soll Obama Trump von der Ernennung Flynns abgeraten haben.

Flynn war zu Obamas Amtszeit als Leiter der militärischen Geheimdienstbehörde DIA entlassen worden. Den Informanten zufolge soll Obama auch deswegen "tiefe Zweifel" an der Eignung Flynns als nationaler Sicherheitsberater geäußert haben.

Dieser Darstellung widerspricht Trump: Der Präsident twitterte unmittelbar vor den Aussagen der drei Mitarbeiter, dass Obamas Regierung Flynn die "höchste Sicherheitsbestätigung" gegeben hatte.

Trump hatte Flynn am Ende doch zum nationalen Sicherheitsberater gemacht. Mitte Februar war Flynn nach nur 24 Tagen im Amt zurückgetreten, nachdem bekannt worden war, dass er mit dem russischen Botschafter in den USA, Sergej Kisljak, über die Sanktionen gegen Russland gesprochen hatte. Diese Information hatte Flynn der Öffentlichkeit und dem Vizepräsidenten Mike Pence vorenthalten. 

Zuletzt waren neue Vorwürfe gegen Flynn aufgekommen. Der Republikaner Jason Chaffetz und der Demokrat Elijah Cummings sagten unter Berufung auf Militärdokumente, dass alles darauf hindeute, dass Flynn Zahlungen von der russischen Frachtfluggesellschaft Volga-Dnjepr, dem Medienkonzern Russia Today und dem russischen Softwarekonzern Kaspersky erhalten hatte, ohne sie kenntlich zu machen. US-Gesetze verbieten US-Militärs, Honorare aus dem Ausland anzunehmen, ohne sie transparent zu machen. Die Regelung soll die Einflussnahme durch ausländische Politiker verhindern.

Die Berichte über eine Warnung Obamas wurden wenige Stunden vor einem Auftritt von Sally Yates und James Clapper veröffentlicht. Die frühere US-Justizministerin und der Ex-Geheimdienstdirektor sagten vor einem Senatsausschuss über mögliche Verbindungen der Trump-Regierung nach Russland aus. Yates bekräftigte den Vorwurf Obamas und sagte aus, dass sie Trumps Regierung davor gewarnt habe, dass Flynn von Russland erpresst werden könnte.