US-Verteidigungsminister James Mattis hält zivile Opfer im Antiterrorkampf für unvermeidlich. Zivile Opfer seien "eine Gegebenheit des Lebens in dieser Art von Situation", sagte Mattis dem Fernsehsender CBS. Im Kampf gegen die Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) täten die USA aber "alles Menschenmögliche, in Übereinstimmung mit den militärischen Notwendigkeiten, um zivile Opfer zu vermeiden – zu jedem Preis".

Seit 2014 führen die USA eine internationale Koalition an, die Luftangriffe gegen den IS in Syrien und im Irak ausführt. Nichtregierungsorganisationen (NGOs) teilen mit, dass bei den Luftangriffen der Koalition zuletzt immer mehr zivile Opfer zu beklagen seien. Einige NGOs machen dafür US-Präsident Donald Trump verantwortlich.

Den Vorwurf, unter dem neuen US-Präsidenten sei der Umgang mit möglichen zivilen Opfern gelockert worden, wies Mattis zurück: "Wir haben die Einsatzregeln nicht verändert." Es gebe "keine Lockerung unserer Absicht, Unschuldige zu schützen", sagte der Verteidigungsminister. Die Zahl der durch Luftangriffe getöteten Zivilisten der NGOs sei zudem falsch.

Nach eigenen Angaben ist die Koalition für mehr als 450 zivile Todesopfer seit Beginn der Einsätze vor knapp drei Jahren verantwortlich, davon allein 105 im nordirakischen Mossul am 17. März. Das in London ansässige Recherchenetzwerk Airwars, das Einsätze mit zivilen Opfern in Syrien und im Irak untersucht, gibt die Zahl der zivilen Opfer durch Einsätze der US-geführten Koalition hingegen mit mindestens 3.681 an.

Mattis hob hervor, dass es bei dem US-Luftangriff in Mossul von 17. März so viele Opfer gegeben habe, sei darauf zurückzuführen, dass die Dschihadisten in dem angegriffenen Gebäude Munition gelagert hätten. Dies zeige "einmal mehr die kaltschnäuzige Geringschätzung" der Dschihadisten für die Zivilbevölkerung.