Trotz der seit Wochen anhaltenden Massenproteste in Venezuela hat Präsident Nicolás Maduro ein Dokument unterzeichnet, in dem die Regeln zur Ernennung der Mitglieder einer verfassungsgebenden Versammlung festgehalten sind. Er tat das im Rahmen einer Veranstaltung mit Tausenden Anhängern vor dem Präsidentenpalast in Caracas.

Die Mitglieder der Versammlung sollen mit der Erarbeitung der neuen Verfassung beauftragt werden. Maduro schlug außerdem vor, dass die verfassunggebende Versammlung künftig im Parlament tagen solle. Dort haben die Regierungsgegner die Mehrheit.

Die Opposition lehnt Maduros Initiative zur Ausarbeitung einer neuen Verfassung ab. Sie wirft dem Präsidenten vor, damit seinen Machtanspruch verfestigen zu wollen.

Bei neuen Protesten wurden weitere drei Demonstranten getötet. Ein Mann im Alter von 22 Jahren und zwei 19-Jährige seien im westlichen Bundesstaat Barinas erschossen worden, teilte die Staatsanwaltschaft mit. Damit erhöhte sich die Zahl der Toten seit Beginn der Proteste Anfang April auf 52.

In der Hauptstadt Caracas gingen etwa 20.000 Menschen auf die Straße, um gegen die Zustände in venezolanischen Krankenhäusern zu protestieren. Die Polizei ging mit Tränengas gegen gewalttätige Demonstranten vor.

Die Opposition kämpft seit Monaten für eine Volksabstimmung über eine Amtsenthebung Maduros. Sie macht ihn für die Wirtschaftskrise in dem südamerikanischen Land verantwortlich, die zu großen Versorgungsengpässen geführt hat.

Bei den Protesten gegen Maduro gibt es regelmäßig gewaltsame Zusammenstöße mit Toten und Verletzten. Regierung und Opposition machen sich gegenseitig für die Gewalt verantwortlich.