Während eines Angriffs der islamistischen Taliban sind im Südwesten Afghanistans mindestens fünf Polizisten getötet und acht verletzt worden. Fünfzehn weitere Menschen sollen getötet oder verletzt worden sein.

Fünf Selbstmordattentäter sollen den Polizeiposten der Stadt gardez in der Provinz Paktia angegriffen haben. Einer der Angreifer habe sich am Eingangstor mit seinem Fahrzeug in die Luft gesprengt, sagte der Sprecher des Provinzgouverneurs, Abdullah Hasrat. Anschließend seien mehrere Bewaffnete in die Station eingedrungen und hätten sich eine Schießerei mit den Polizisten geliefert.

Angriff auf Polizeistation

Die Attacke ereignete sich in Gardez, rund 130 Kilometer südlich der Hauptstadt Kabul

Der örtliche Polizeisprecher Sardar Wali Tabassoom sprach sogar von zwei Selbstmordattentätern. Insgesamt seien fünf Angreifer getötet worden. Einer oder zwei Taliban leisteten noch länger Widerstand.

Die Taliban selbst bekannten sich zu der Tat. Die Islamisten hatten seit Beginn ihrer Frühjahrsoffensive Ende April zahlreiche Anschläge auf Posten der afghanischen Armee und Polizei verübt. Die Taliban kämpfen für einen allein auf dem islamischen Recht, der Scharia, basierenden Gottesstaat.

Insider-Attacke

Erst am Samstag hatte ein afghanischer Soldat im Norden des Landes plötzlich das Feuer auf verbündete amerikanische Soldaten eröffnet und sieben von ihnen verwundet. Der Angreifer wurde erschossen. Immer wieder gibt es solche sogenannten Insider-Attacken, bei denen afghanische Sicherheitskräfte – oder Aufständische in Militär- oder Polizeiuniformen – auf Kameraden und verbündete ausländische Soldaten schießen.

Bei den Angreifern handelt es sich oft um Taliban-Anhänger. Ein Taliban-Sprecher lobte den Angriff, übernahm aber nicht im Namen der Taliban die Verantwortung dafür.