Die Europäischen Union hat die Errichtung einer gemeinsamen militärischen Kommandozentrale beschlossen. Die EU-Mitgliedsstaaten verabschiedeten den dafür benötigten Rechtstext. Das Hauptquartier soll demnach zunächst die EU-Ausbildungseinsätze in Mali, Somalia und der Zentralafrikanischen Republik koordinieren.

Der neue Stab soll für EU-Missionen "ohne Exekutivbefugnisse" zuständig sein. Darunter fallen Ausbildungs- und Beratermissionen, etwa in afrikanischen Ländern. Kampfeinsätze oder die Mission Sophia, die gegen illegale Schleuser im Mittelmeer kämpfen soll, würden auch künftig nicht zentralisiert von Brüssel aus geführt.  

Etwa 25 Mitarbeiter der Kommandozentrale sollen für die Entsendung, Verlegung, Unterhaltung sowie Rückführung der Einsatzkräfte verantwortlich sein. Dies soll die Führung vor Ort entlasten. Für zivile EU-Missionen gibt es bereits eine solche Struktur. Die EU erhofft sich durch die Kommandozentrale, auf Krisen jeglicher Art schneller reagieren zu können. Auch sollen zivile und militärische Operationen zur Krisenprävention und -bewältigung besser aufeinander abgestimmt werden. In Mali etwa gibt es neben der Militärausbildung auch eine EU-Mission zur Beratung von Polizei und Nationalgarde.

Die Errichtung einer militärischen Kommandozentrale sei eine wichtige Entscheidung, "um Europas Verteidigung zu stärken", sagte die EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini. 

Großbritannien hatte die Einrichtung in Vergangenheit immer wieder blockiert, sich Mitte Mai aber schließlich kompromissbereit gezeigt. Man wolle sicherstellen, dass kein strategisches Hauptquartier nach Vorbild der Nato innerhalb der EU aufgebaut würde, hieß es aus britischen Diplomatenkreisen. 2019 wird Großbritannien vermutlich aus der EU austreten. Zudem gilt das Land als langjähriger und traditioneller Alliierter der USA. Wegen der britischen Vorbehalte wurde die Einrichtung aber "Militärische Planungs- und Führungsfähigkeit" und nicht Hauptquartier genannt.