Russische Hacker haben während der Präsidentenwahl 2016 die Wahlsysteme von 21 Bundesstaaten angegriffen. Das sagte die beim US-Heimatschutzministerium für die Computersicherheit zuständige Mitarbeiterin Jeanette Manfra vor dem Geheimdienstausschuss des Senats. Es gebe jedoch keine Hinweise darauf, dass Wahlergebnisse manipuliert worden seien.

Um welche Bundesstaaten es sich handelt, sagte Manfra unter Verweis auf Vertraulichkeitsregeln nicht. In der Vergangenheit hatten die Staaten Arizona und Illinois bereits mitgeteilt, dass ihre Systeme für die Wählerregistrierung angegriffen worden sind.   

In Medienberichten war zuletzt von weitaus mehr betroffenen Bundesstaaten die Rede. Die Nachrichtenagentur Bloomberg berichtete Mitte Juni, russische Hacker hätten die Systeme von insgesamt 39 Bundesstaaten angegriffen. Demnach gebe es Beweise für gehackte Wählerdaten, Umfragesoftware und eine Datenbank für Wahlkampffinanzen.

Früherer Heimatschutzminister macht Putin verantwortlich

Für die US-Geheimdienste gilt es als bewiesen, dass die russische Regierung an den Angriffen beteiligt gewesen ist. Russland hat dies stets dementiert. Der frühere US-Heimatschutzminister Jeh Johnson bestätigte noch einmal, dass den vorliegenden Erkenntnissen zufolge der russische Präsident Wladimir Putin persönlich die Angriffe befohlen habe. Das sei "schlicht und einfach" so, sagte Johnson vor dem Geheimdienstausschuss. Das Ausmaß der Cyberattacken sei "bisher einmalig".

Allerdings sagte auch Johnson aus, dass bei den Angriffen keine Abläufe an den Wahlurnen manipuliert worden seien. Es lägen ihm keine Hinweise vor, nach denen Wahlzettel oder Stimmenauszählungen durch Eingriffe der russischen Seite geändert worden seien. Eine andere Frage sei jedoch, ob der erfolgreiche Hackerangriff auf den Vorstand der Demokratischen Partei und auf andere Einrichtungen die öffentliche Meinung und damit den Wahlausgang beeinflusst hätten. Das sei schwer zu sagen, teilte Johnson mit.

Laut dem Chef der FBI-Spionageabwehr, Bill Priestap, nutzten die Russen während des US-Wahlkampfes "Fake News und Propaganda und sie nutzten auch Verstärker im Internet, um ihre Informationen so weit wie möglich zu verbreiten". Dies sei auch in der Vergangenheit schon so ähnlich geschehen, durch das Internet ergäben sich aber neue Möglichkeiten für Russland. Außerdem seien das Ausmaß und die Aggressivität dieses Mal deutlich größer gewesen. Ziel sei es gewesen, Konflikte zu schüren und die Kandidatur von Donald Trump zu unterstützen. Russlands Aktivitäten hätten die Auszählung der Stimmen nicht beeinträchtigt, sagte Priestap. Allerdings werde die russische Regierung versuchen, weiterhin Abläufe in den USA zu beeinflussen.

Bereits vor der Wahl im November 2016 hatten Geheimdienste vor Cyberangriffen gewarnt. Die Wahlen werden von jedem Bundesstaat selbst organisiert. Teilweise wurden dabei veraltete elektronische Wahlmaschinen eingesetzt.