US-Präsident Donald Trump hat sich in der Russland-Affäre gegen den Verdacht der Justizbehinderung verteidigt. Nachdem es "null Beweise" für geheime Absprachen mit Russland gebe, versuchten "sie es nun mit dem Vorwurf der Justizbehinderung in der falschen Geschichte", twitterte Trump.

Bereits am Mittwoch hatte Trumps persönlicher Anwalt Marc Kasowitz eine Stellungnahme verbreiten lassen. "Das Enthüllen von Informationen des FBI über den Präsidenten ist ungeheuerlich, unentschuldbar und illegal", hieß es darin.

Zuvor hatte die Washington Post berichtet, dass in der Russland-Affäre nun auch gegen Trump persönlich ermittelt werde. Demnach geht der vom Justizministerium eingesetzte Sonderermittler Robert Mueller dem Verdacht nach, dass sich Trump der Justizbehinderung schuldig gemacht habe. Dazu will das Team um Sonderermittler Mueller nach Informationen der Washington Post sowie der New York Times mehrere führende Geheimdienstvertreter befragen, darunter der Nationale Geheimdienstdirektor Dan Coats, NSA-Direktor Mike Rogers und dessen ehemaliger Stellvertreter Richard Ledgett. Die Vernehmungen könnten noch in dieser Woche beginnen. Bislang richteten sich die Ermittlungen nur gegen Trumps Umfeld.

Die Untersuchung war nach der Aussage des früheren FBI-Chefs James Comey aufgenommen worden. Dieser hatte in der vergangenen Woche vor dem Geheimdienstausschuss des Senats beschrieben, wie er sich von Trump unter Druck gesetzt fühlte. Trump habe bei einem Vier-Augen-Gespräch versucht, ihn von einem Ende der Ermittlungen gegen dessen kurz zuvor zurückgetretenen Nationalen Sicherheitsberater Michael Flynn zu überzeugen. Zudem habe ihn der Präsident mehrmals gebeten, öffentlich zu erklären, dass gegen ihn selbst nicht ermittelt wird. Diesem Wunsch sei er aber nicht nachgekommen, weil er das Risiko vermeiden wollte, sich später korrigieren zu müssen. Comey sagte, er gehe davon aus, dass seine Entlassung auf die Russland-Ermittlungen zurückzuführen ist.

Sollten die Vorwürfe belegt werden, wäre eine Anklage und ein Strafverfahren nicht sicher. Als wahrscheinlicher gilt, dass der Kongress darüber entscheiden müsste, ob er ein Amtsenthebungsverfahren gegen Trump einleitet. Dies könnte an den dortigen Mehrheiten scheitern.